Vaterlosigkeit und Terrorismus

Einen interessanten, leider aber nur sehr kurzen Artikel veröffentlichte unlängst die österreichische „Krone„-Zeitung zum Zusammenhang von Vaterlosigkeit und Gewaltbereitschaft. Die Wiener Psychiaterin Gabriele Wörgötter führt u. a. aus:

„… Keine Krankheit, aber Bindungsstörung und fehlende Vaterfigur

Denn, so wie eine Untersuchung der Expertin zeigte, seien die Gemeinsamkeiten in der Lebensgeschichte der Jugendlichen, die zum Teil für den IS nach Syrien gegangen, zum Teil nach Österreich zurückgekehrt waren und zum Teil auch in Österreich verdächtigt worden waren, Anschläge zu beabsichtigen, frappant gewesen: „Keiner der Jugendlichen hatte eine psychiatrische Erkrankung. Alle hatten eine frühe Bindungsstörung. Bei allen fehlte die Vaterfigur. Alle Jugendlichen waren vor ihrem ‚Anschluss‘ an den IS sozial isoliert und aus ihrer Peer Group (Gleichaltrige; Anm.) ausgegrenzt.“ Zerbrochene Familien, Isolation etc. seien markante Hintergrundbedingungen gewesen. …“

Zum gleichen Schluss kam in einem Feature von Deutschlandradio Kultur bereits im Oktober 2015 der arabische Psychoanalytiker Gehad Mazarweh:

„Die arabischen Gesellschaften sind vaterlos. Die Orientierung ist dadurch verloren gegangen. Es gibt ein Restpatriarchat. Deren Ergebnis ist die IS, diese Kriminellen, die in Syrien und im Irak sind. Viele gehen hin, weil sie eine Orientierung brauchen. Und diese Leute bieten eine ganz klare, mörderische Orientierung.“
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UNICEF-Bericht zeigt die Ungleichheit beim Kindeswohl in reichen Industrieländern

„Die Report Card 13 gibt einen Überblick über Ungleichheiten des Kindeswohls in 41 Ländern der Europäischen Union (EU) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der Report konzentriert sich auf den Unterschied zwischen dem Wohlbefinden von Kindern am unteren Ende der Gesellschaft und jenen in der Mitte (dem „Durchschnitt”). Während sich die öffentliche Diskussion oftmals um die Konzentration von Wohlstand in den Händen weniger dreht, fragt die Studie, wie weit benachteiligte Kinder hinter den Durchschnitt im jeweiligen Land zurückbleiben.

[…]

Deutschland liegt bei der Gesamtplatzierung in den Dimensionen Einkommen, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit auf Platz 14. Gemeinsam mit Griechenland, Ungarn und England ist dies ein Platz im oberen Mittelfeld.

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„Frühe Fremdbetreuung gefährdet Gesundheit“

„… Eine gewichtige Gegenstimme gehört Dr. Rainer Böhm, Facharzt für Kinder und Jugendmedizin und Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums in Bethel. Was er am Freitag beim Pädagogischen Fachtag „Stress – das unterschätzte Problem frühkindlicher Betreuung“ in der Ev. Familienbildungsstätte zu sagen hatte, stimmte die Besucher nachdenklich. Die Gesundheit der Kleinen, so war zu hören, sei in Gefahr.

Böhm, der schon als Sachverständiger für den Familienausschuss des Bundestages tätig war, stellte Langzeitstudien vor, die die Entwicklung von Kindern, die allzu früh fremdbetreut wurden, über viele Jahre nachzeichnen. Eine der zentralen Thesen lautet: „Je früher und je länger Kleinkinder außerfamiliär betreut werden, desto auffälliger im Sozialverhalten können sie werden.“ Die kognitive – also die intellektuelle – Entwicklung könne von frühkindlicher Betreuung profitieren, vor allem, wenn diese qualitativ hochwertig sei. Die sozio-emotionale Entwicklung, die grundlegend ist für das Sozialverhalten, aber nicht. …“

Quelle / gesamter Artikel: WAZ
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„Kinderhilfswerk: Deutschland vernachlässigt die Rechte von Kindern in Gerichtsverfahren“

„Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert einen verbesserten Zugang von Kindern zum deutschen Rechtssystem und die stärkere Einbeziehung kinderrechtlicher Aspekte in Gerichtsverfahren. Eine aktuelle Studie des Child Rights International Network listet Deutschland in diesem Bereich nur auf Platz 66 weltweit. Grundlage der Studie sind vier kinderrechtliche Bereiche: die Umsetzung der Kinderrechte laut UN-Kinderrechtskonvention und die Möglichkeit, diese vor Gericht geltend machen zu können, die Rechtsstellung von Kindern in Gerichtsverfahren, die Rechtsmittel, die Kinder zur Verfügung stehen sowie praktische Überlegungen, wie Kosten oder einschüchternde Verfahren, die Kinder daran hindern können, ihre Rechte in Gerichtsverfahren einzufordern.

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„Männerzeitung“ startet als Printmagazin

Nachdem bereits im Januar 2015 das Onlinemagazin „Unrasiert“ sowie im Oktober als Printmagazin „Men´s Health Dad“ lanciert wurden, wird Anfang März 2016 die erste internationale deutschsprachige „Männerzeitung“ als Printmagazin auf den Markt kommen, an der nicht zuletzt der Präsident unserer Schweizer Partnerorganisation „Verein für elterliche Verantwortung“ Oliver Hunziker mitwirkt:

„Es ist soweit: die erste internationale deutschsprachige Männerzeitung ist im Druck und wird ab 1. März ausgeliefert. Im Schwerpunkt »Verletzlich und stark« geht es um die Kölner Sylvesternacht, um Co-Elternschaften, Callboys und deren Seele, um Treue, Beschneidung und die Frage der Würde. Darüber hinaus informieren gesonderte Länderteile über Aktuelles in Österreich, Deutschland und der Schweiz. …“

Quelle / gesamte Info: Männerwege.de
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„Posttraumatische Belastungsstörung: Ausmaß bei Kindern unterschätzt“

„Diagnoseverfahren der posttraumatischen Störungen waren bisher hauptsächlich auf Erwachsene ausgerichtet. Neue, vielversprechende Therapien sollen nun auch Kindern und Jugendlichen helfen.

Ein einjähriges Mädchen, das bei einem Erdbeben seine Eltern verliert – ein Kindergartenkind, das von seinem Onkel sexuell missbraucht wurde – ein Fünfjähriger, der bei einem Autounfall schwer verletzt wird: Wie wirken solche Ereignisse und Übergriffe auf Kinder, und welche Folgen haben sie? Noch vor knapp 20 Jahren vertraten die meisten Experten die Meinung, dass Kinder davon nichts oder kaum etwas mitbekommen. Ihre kognitiven und psychischen Strukturen seien noch nicht ausgereift, um zu reflektieren und das Geschehene in all seinen Dimensionen bewusst zu begreifen. Auch nahm man an, dass sich nach den meisten traumatischen Ereignissen keine oder nur minimale und vor-übergehende Störungen entwickelten. Erst mit der Einführung des DSM-III-R (1988) erkannte die Fachwelt posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) auch bei Kindern an und musste sich mittlerweile eingestehen, dass das Ausmaß psychischer Traumatisierungen im Kindes- und Jugendalter bislang unterschätzt wurde. Wie aktuelle Untersuchungen an traumatisierten Kindern zeigen, erfüllt teilweise über die Hälfte die Bedingungen für eine PTBS-Diagnose.

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„Eltern von kleinen Kindern aufgepasst: So retten Sie Ihre Beziehung“

„… Sieben Risikofaktoren

Aus der Befragung isolierten die Wissenschaftler sieben Risikofaktoren, die zu einer Trennung beitragen:

  • Anstrengungen der Elternschaft
  • stressige Rahmenbedingungen
  • Fehlen von Intimität
  • unzureichende Kommunikation
  • unterschiedliche Persönlichkeiten und Interessen
  • fehlendes Engagement für die Beziehung
  • negative Folgen von Abhängigkeit

[…]

Fünf Ratschläge von Forschern

  • Kommunizieren Sie klar. Sprechen Sie offen und teilen Sie sich mit direkten Ich-Botschaften mit.
  • Schaffen Sie Raum für Sinnlichkeit im Alltag. Seien Sie großzügig mit Umarmungen, Küssen und Körperkontakt.
  • Verbringen Sie Zeit zusammen, sowohl als Paar, als auch als Familie.
  • Bestätigen Sie einander, zeigen Sie sich Ihre Wertschätzung und Liebe.
  • Wenn Sie Beziehungsprobleme haben, warten Sie nicht zu lang, bis Sie sich Hilfe holen. …“

Quelle / gesamter Artikel: Focus
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„Kinder mit nur einem Elternteil sind häufiger psychisch krank“

„Im Rahmen der Millennium Cohort Study haben Wissenschaftler des University College London die mentale Gesundheit von rund 10.000 Elfjährigen aus Großbritannien untersucht. Über die Ergebnisse berichtet die Zeitung „Telegraph“. Demnach gibt es gravierende Unterschiede je nach familiärem Umfeld. Die Experten sprechen von einer „erdrückenden Beweislast“ dafür, wie stark Kinder unter Trennungen und Abrutschen in Armut leiden.

Aggressionen und Hyperaktivität

In Familien mit beiden leiblichen Elternteilen hatten nur 6,6 Prozent der Kinder schwere psychische Probleme. Dagegen waren 15 Prozent der Kinder von *Getrennterziehenden und 18 Prozent der Kinder mit Stiefeltern betroffen. Bei ihnen häuften sich insbesondere Verhaltensstörungen wie Trotzanfälle und Hyperaktivität. …“

Quelle / gesamter Artikel: T-Online
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*Wir bitten um Kenntnisnahme unseres Statements zur Verwendung des Begriffes “Getrennterziehende”.

Sächsische Zeitung zum heutigen Internationalen Männertag

Etwas blass und unvollständig berichtet die Sächsische Zeitung zum heutigen Internationalen Männertag:

Sie sterben früher und reagieren sensibler auf Probleme in der Kindheit: Der Internationale Männertag macht am 19. November auf die Probleme und Belange von Männern aufmerksam. Ein Überblick über ihre speziellen Eigenheiten.

[…]

PSYCHE: Frauen sind dem jüngsten DAK-Psychoreport zufolge fast doppelt so häufig von psychischen Erkrankungen betroffen wie Männer. Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass Männer weniger seelische Probleme haben. „Es ist bei Männern heute immer noch nicht selbstverständlich, sich einzugestehen, dass man ein Problem im psychischen Bereich hat“, sagt der Vizepräsident des Berufsverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen, Michael Ziegelmayer. Depressive Symptome würden häufig nicht diagnostiziert und unzureichend behandelt, warnt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde.

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„Familiäre Instabilität trifft Jungen schwerer als Mädchen“

„… Eine zunehmende familiäre Instabilität durch Scheidung und Neuverheiratung der Eltern (und die damit verbundene Bildung und Auflösung von Kohabitationseinheiten) hat einen starken Einfluss auf die sozio-emotionale Entwicklung von Kindern, besonders von Jungen. Dies haben neue Untersuchungen gezeigt.

Die Bildungspolitik sollte die Folgen dieser Instabilität ansprechen und nicht nur wie bisher auf eine Verbesserung der Testergebnisse abzielen – ein Ansatz, der für viele Kinder zu eng gefasst ist, um ihren langfristigen Erfolg sicherzustellen. Zudem muss sie sich der Mischung aus Aggression, Angst und anderen langfristigen psychischen Problemen annehmen, die – vor allem bei Jungen – eine bleibende Hinterlassenschaft der familiären Instabilität sein können.

[…]

Familiäre Instabilität scheint das emotionale Wohlergehen von Jungen stärker zu beeinträchtigen als das von Mädchen. Bei männlichen Kindern sind die Auswirkungen der Instabilität auf „nicht kognitive“ Kompetenzen zwei- bis dreimal so stark.

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