Eine unbequeme Wahrheit

Als unbequeme Widerspiegelung alltäglicher und vielerorts vorzufindender Mechanismen auf dem Gebiet des Familienrechts galt offenbar der unlängst auf dem Onlineformat der „Gießener Zeitung“ veröffentlichte Artikel „Das Geschäft mit dem Kindeswohl“ der Psychologin Andrea Jacob, der trotz erheblicher Resonanz aufgrund der Intervention einer einzigen Profession wieder entfernt werden mußte. Die Hintergründe um den Artikel, verfaßt von Prof. Dr. Aris Christidis, wurden zunächst ebenfalls unter einem Link der „Gießener Zeitung“ publiziert, aber ebenfalls wieder entfernt. Eine Zusammenfassung der zensorischen Vorfälle findet sich nunmehr unter diesem Link.

„Das Geschäft mit dem Kindeswohl“

Ein ausnehmend deutlicher Artikel über die Mißstände und Ungleichheiten hinter den gesetzlich festgeschriebenen „Hilfen zur Erziehung“ wurde unlängst im Onlineformat der „Gießener Zeitung“ veröffentlicht, später aufgrund vom Druck mindestens einer Profession wieder offline genommen. Er ist dennoch weiterhin auf „Sozialenergie“ online:

„Ist eine Erziehung im Dienste des Kindeswohls in einer Familie nicht möglich, so hat diese gemäß § 27 ff. des VIII. Sozialgesetzbuches (SGB VIII) Anspruch auf „Hilfen zur Erziehung“, die das Jugendamt zu gewähren hat. Nutznießer dieser „Hilfen“ sind aber oftmals nicht die betroffenen Kinder und deren Familien, sondern die von den Kommunen beauftragten Freien Träger. So ist es evtl. kein Zufall, dass engagierte Vertreter dieser Träger in allen etablierten Parteien mitwirken, dort ihre Erfahrung einbringen und sich mit ihnen in die Stadt- und Kreisparlamente wählen lassen. Ihr Fachwissen nutzen die Parteien zum Wohle des Volkes, indem sie die verdienten und verdienenden Experten nach ihrer Wahl in die Jugendhilfeausschüsse der Kommunen entsenden. So ist es inzwischen keine Seltenheit, dass Funktionäre Freier Träger sich in den Jugendhilfeausschüssen Hilfemaßnahmen selbst bewilligen [1] [2]. Eine Interessenkollision ist dabei selbstverständlich ausgeschlossen: Fast alle Freien Träger sind als gemeinnützig anerkannte Einrichtungen (z.B. gGmbH). …“

Quelle / gesamter Artikel: Sozialenergie