Vaterlosigkeit und Terrorismus

Einen interessanten, leider aber nur sehr kurzen Artikel veröffentlichte unlängst die österreichische „Krone„-Zeitung zum Zusammenhang von Vaterlosigkeit und Gewaltbereitschaft. Die Wiener Psychiaterin Gabriele Wörgötter führt u. a. aus:

„… Keine Krankheit, aber Bindungsstörung und fehlende Vaterfigur

Denn, so wie eine Untersuchung der Expertin zeigte, seien die Gemeinsamkeiten in der Lebensgeschichte der Jugendlichen, die zum Teil für den IS nach Syrien gegangen, zum Teil nach Österreich zurückgekehrt waren und zum Teil auch in Österreich verdächtigt worden waren, Anschläge zu beabsichtigen, frappant gewesen: „Keiner der Jugendlichen hatte eine psychiatrische Erkrankung. Alle hatten eine frühe Bindungsstörung. Bei allen fehlte die Vaterfigur. Alle Jugendlichen waren vor ihrem ‚Anschluss‘ an den IS sozial isoliert und aus ihrer Peer Group (Gleichaltrige; Anm.) ausgegrenzt.“ Zerbrochene Familien, Isolation etc. seien markante Hintergrundbedingungen gewesen. …“

Zum gleichen Schluss kam in einem Feature von Deutschlandradio Kultur bereits im Oktober 2015 der arabische Psychoanalytiker Gehad Mazarweh:

„Die arabischen Gesellschaften sind vaterlos. Die Orientierung ist dadurch verloren gegangen. Es gibt ein Restpatriarchat. Deren Ergebnis ist die IS, diese Kriminellen, die in Syrien und im Irak sind. Viele gehen hin, weil sie eine Orientierung brauchen. Und diese Leute bieten eine ganz klare, mörderische Orientierung.“
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„Väterrechte: Auf den Unterhalt reduziert“

„Das Abstimmungsergebnis war erstaunlich klar im Europarat. Sozialisten, Konservative, Liberale, alle hoben sie am 2. Oktober vergangenen Jahres die Hand für die Resolution 2079 mit dem etwas sperrigen Titel: „Gleichberechtigte und geteilte elterliche Verantwortung: Die Rolle der Väter“. In seltener Einmütigkeit haben die Ratsmitglieder etwas festgestellt, was zumindest in Deutschland für weitreichende Veränderungen sorgen könnte.

Im Kern verlangt der Beschluss, dass die Mitgliedstaaten des Europarats den Vätern auch nach einer Trennung die volle Teilhabe an der elterlichen Sorge ermöglichen sollen. Dazu soll die sogenannte paritätische Doppelresidenz oder auch das Wechselmodell zum Standardmodell nach einer Trennung werden.

[…]

Im deutschen Recht gibt es nur ganz oder gar nicht. Lebt das Kind nach der Trennung überwiegend bei einem Elternteil, wird es – im Streitfall – gerichtlich diesem zugesprochen. In 90 Prozent aller Fälle leben Trennungskinder mit der Mutter. (mehr …)

„Nach wie vor ein Tabuthema: Wenn Männer Opfer häuslicher Gewalt werden“

„… Gleich, ob sie Gewaltopfer seien, in einer Beziehungskrise stünden oder Neues im Leben suchten. „Ihr Selbstbild ist erschüttert.“ Manche würden „Schlappschwänze“ genannt und fühlten sich auch so. Andere zwängten sich in die Rolle des „starken Mannes“, ließen ihre weiche Seite nicht zu.

Aus einem Kratzer wird ein riesiger Riss

„Männer warten, bis ein Kratzer zu einem Riesenriss wird.“ Viele trügen einen Panzer mit sich rum. Diesen Panzer aufzulösen, gelinge in Männergruppen, die weder Stammtisch noch Therapieersatz seien. Van Koeverden drückt es so aus: „Männer wollen so sehr Mann sein, den Starken spielen, dass sie sich selbst verleugnen.“

Schwarz und van Koeverden sehen es als Aufgabe von Jahrzehnten an, ein effektives und ausreichendes Hilfsnetz für Männer aufzubauen, das gesellschaftlich akzeptiert wird. Dabei ist das Thema nicht neu, wie eine Studie von 2004 im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zeigt. Darin heißt es, Männern widerfahrene Gewalt werde von ihnen und oder ihrer Umwelt nicht als solche wahrgenommen, Hilfsangebote fehlten.

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UNICEF-Bericht zeigt die Ungleichheit beim Kindeswohl in reichen Industrieländern

„Die Report Card 13 gibt einen Überblick über Ungleichheiten des Kindeswohls in 41 Ländern der Europäischen Union (EU) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Der Report konzentriert sich auf den Unterschied zwischen dem Wohlbefinden von Kindern am unteren Ende der Gesellschaft und jenen in der Mitte (dem „Durchschnitt”). Während sich die öffentliche Diskussion oftmals um die Konzentration von Wohlstand in den Händen weniger dreht, fragt die Studie, wie weit benachteiligte Kinder hinter den Durchschnitt im jeweiligen Land zurückbleiben.

[…]

Deutschland liegt bei der Gesamtplatzierung in den Dimensionen Einkommen, Bildung, Gesundheit und Lebenszufriedenheit auf Platz 14. Gemeinsam mit Griechenland, Ungarn und England ist dies ein Platz im oberen Mittelfeld.

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Zahl der Sorgerechtsverfahren vor deutschen Gerichten steigt steil an

„… Die Zahl der Verfahren vor deutschen Familiengerichten steigt steil an. 2014 wurden rund 649.000 Verfahren entschieden, 2006 waren es noch etwa 540.00. Die meisten der Prozesse sind Scheidungen – auch wenn die Zahl der Scheidungen sinkt, da immer weniger Paare heiraten. Die Zahl der Sorgerechtsverfahren jedoch hat sich innerhalb von acht Jahren fast verdoppelt, von rund 83.000 Verfahren 2006 auf 147.000 im Jahr 2014.

Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Prozesse, in denen der Umgang geregelt wurde – die Eltern sich also nicht einigen konnten, wie lange das Kind beim Vater, wie lange es bei der Mutter bleiben dürfe –, von 38.000 auf 56.000. …“

Quelle / gesamte Artikel: Die Welt
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Mitwirkende für „Befragung: Kindeswohl und Umgangsrecht“ gesucht

„Im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) führen wir eine bundesweite Befragung zum Thema Kindeswohl und Umgangsrecht durch. Aus diesem Grund suchen wir Familien, die sich innerhalb der letzten vier Jahre getrennt haben und die bereit sind darüber Auskunft zu geben, wie der Umgang zwischen den Elternteilen und Kindern ausgestaltet ist. Das Ziel der Befragung liegt darin, Umgangsregelungen künftig noch stärker am Wohl des Kindes auszurichten. Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie uns sehr.
Für weitere Informationen klicken Sie bitte oben auf den Link „mehr erfahren“ oder melden Sie sich jetzt sofort an!

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„Großer Städte-Vergleich der neuen Zeitschrift „Men’s Health DAD““

„Augsburg ist die väterfreundlichste Stadt Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Vergleichsstudie der 30 größten deutschen Städte, die das neue Männer-Magazin „Men’s Health DAD“ für seine zweite Ausgabe vorgenommen hat, die am 13. April 2016 erscheint.

Der Städte-Vergleich berücksichtigte die Aspekte Vätervorkommen, Engagement der Väter, Kinderbetreuung sowie den Gesundheits- und den Freizeitwert. Insgesamt wurden 11 Einzelkategorien ausgewertet, vom männlichen Elterngeldbezug über die durchschnittliche Elternzeitdauer bis zum Vergleich der Kita-Kosten. Auch für die Väterfreundlichkeit einer Stadt relevante weiche Faktoren wie die Anzahl von Spielplätzen oder die Verfügbarkeit von Kinderärzten wurden in die Untersuchung mit einbezogen. Wo sinnvoll, wurden die Zahlen in Relation gesetzt, etwa zur Bevölkerung oder zur Stadtfläche. So ließ sich auch die Metropole Berlin mit Kiel, der kleinsten Stadt im Ranking, vergleichen.

Generell fand die Vergleichsstudie heraus: In Bayern und Baden-Württemberg sind Väter am besten aufgehoben. …“

Quelle / gesamter Artikel: Mens Health Dad
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„Volljährige Betroffene zu „Vaterentbehrung“ gesucht“

„Hartmut Wolters vom VAfK Köln macht in seinem Newsletter nachfolgenden Aufruf an erwachsene Trennungs- und Scheidungskinder, die Vaterlosigkeit erleben mussten.

„Für eine erste multimediale Geschichte über Vaterentbehrung suchen wir betroffene, volljährige Kinder, die bereit wären daran mitzuwirken und uns ihre Geschichte erzählen würden.

Wir sind zwei frei arbeitende Journalisten – Textautorin mit 2 Kindern und als Vater selbst betroffener Bildautor.

Der erste Beitrag soll zunächst in den Medien platziert und im zweiten Schritt auf einer Internetseite (vaterentbehrung.de) als Start-Story verwendet werden.

Hier werden dann weitere Beiträge folgen, die sich um das Thema drehen. Die Seite selbst ist als längerfristiges Projekt angelegt.“

Interessenten melden sich bitte mit Kontaktdaten und kurzer Fallbeschreibung bei Hartmut Wolters unter den Kontaktdaten des Väteraufbruch für Kinder Kreisverein Köln e. V..
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„WEISSER RING fordert mehr Aufmerksamkeit für Männer als Opfer von Gewalt“

„Viel hat sich getan in den vergangenen 40 Jahren – es bleibt aber noch viel zu tun. Daher forderte der WEISSE RING anlässlich seines 25. Opferforums in Mainz dazu auf, auch Gewalt gegen Männer stärker als bisher in den öffentlichen Fokus zu rücken. „Das Thema ist immer noch mit einem gesellschaftlichen Tabu belegt, was viele männliche Opfer davon abhält, sich Hilfe zu holen“, sagte Roswitha Müller-Piepenkötter, Bundesvorsitzende von Deutschlands größter Hilfsorganisation für Kriminalitätsopfer.

[…]

Beim 25. Opferforum diskutierten die Teilnehmer im Rahmen von Workshops, Vorträgen und Gesprächsrunden intensiv über Opferrechte. Am zweiten Tag stand das Thema Männer als Opfer von Gewalt im Vordergrund. Denn falsche, aber gesellschaftlich verankerte Rollenbilder sorgen noch zu oft dafür, dass das Annehmen von Hilfsangeboten nach der Tat vom männlichen Opfer selbst oder auch von anderen als Zeichen von Schwäche gedeutet wird. Dementsprechend gering ausgeprägt ist das Problembewusstsein. „Dies muss sich ändern“, sagte Müller-Piepenkötter. „Sich Hilfe zu holen, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.“ Von den 2015 insgesamt knapp 8.800 Gewaltopfern haben rund 1.900 männliche Opfer von Gewalt bundesweit im vergangenen Jahr beim WEISSEN RING materielle Hilfe erhalten.

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„Zuflucht für Männer: Drei Schutzhäuser sollen entstehen“

„In Sachsen soll es in den drei Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz künftig jeweils ein Schutzhaus für Männer geben. Dafür will sich die im Herbst 2015 gegründete Landesfachstelle für Männerarbeit einsetzen, wie ihr Leiter Frank Scheinert der Deutschen Presse-Agentur sagte. „Dort können betroffene Männer mit ihren Kindern zeitlich begrenzt unterkommen.“ Ähnliche Projekte gebe es bereits in der Schweiz, Berlin sowie im Westen Deutschlands. Die Häuser seien durchaus vergleichbar mit den Frauenschutzhäusern – wenn sich auch die Fälle teilweise erheblich unterschieden.

So erfahren Männer meist mehr psychische als körperliche Gewalt. „Um den Kontakt zum Kind nicht zu verlieren, gehen sie oft jahrelang Kompromisse ein“, erklärte Scheinert. Auch Männer sind von häuslicher und sexueller Gewalt betroffen – sowohl in homo- als auch in heterosexuellen Beziehungen. „Die Dunkelziffer ist groß.“ …“

Quelle / gesamter Artikel: LVZ
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