„Väterrechte: Auf den Unterhalt reduziert“

„Das Abstimmungsergebnis war erstaunlich klar im Europarat. Sozialisten, Konservative, Liberale, alle hoben sie am 2. Oktober vergangenen Jahres die Hand für die Resolution 2079 mit dem etwas sperrigen Titel: „Gleichberechtigte und geteilte elterliche Verantwortung: Die Rolle der Väter“. In seltener Einmütigkeit haben die Ratsmitglieder etwas festgestellt, was zumindest in Deutschland für weitreichende Veränderungen sorgen könnte.

Im Kern verlangt der Beschluss, dass die Mitgliedstaaten des Europarats den Vätern auch nach einer Trennung die volle Teilhabe an der elterlichen Sorge ermöglichen sollen. Dazu soll die sogenannte paritätische Doppelresidenz oder auch das Wechselmodell zum Standardmodell nach einer Trennung werden.

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Im deutschen Recht gibt es nur ganz oder gar nicht. Lebt das Kind nach der Trennung überwiegend bei einem Elternteil, wird es – im Streitfall – gerichtlich diesem zugesprochen. In 90 Prozent aller Fälle leben Trennungskinder mit der Mutter. (mehr …)

„Vatertag ist Familientag – Vatertag ist kein Abklatsch vom Muttertag“

„Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) kritisiert anlässlich des Vatertages, dass von Vätern in Öffentlichkeit und Medien vielfach ein Zerrbild gezeichnet wird. Von „Frauenrechtlerinnen“ werden Männer zu potenziellen Gewalttätern gestempelt, in der Politik wird ihre Leistung nicht gewürdigt, in der Öffentlichkeit wird der Vater und entsprechend der Vatertag nur zum schalen Abklatsch des Muttertages. „Wer sich ohne ideologische Brille umschaut, sieht, dass Väter mehrheitlich Kinderwägen und nicht Bier beladene Böllerwagen schieben. Vatertag ist Kindertag, Familientag!“, hebt der ISUV-Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk hervor. Anläßlich des Vatertages appelliert ISUV an die Väter, ihre Verantwortung gegenüber den Kindern wahrzunehmen, sich nach Trennung und Scheidung nicht einfach in die Freizeitgesellschaft zurückzuziehen. „Man muss die Väter aber auch Väter sein lassen. Das wird oft nach Trennung und Scheidung verhindert, im Extremfall durch Umgangsverhinderung. Für mich ist die gleichberechtigte Elternschaft insbesondere nach Trennung und Scheidung das erstrebenswerte Ziel. Dies ist im Rahmen eines Wechselmodells praktikabel. Da ist jetzt der Gesetzgeber gefordert.“, fordert Gurk. …“

Quelle / gesamter Artikel: ISUV e. V.
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„Bundesverfassungsgericht verbietet Vaterschaftstest außerhalb der Familie“

„Wie weit darf man gehen, um die Wahrheit über die eigene Herkunft herauszufinden? Bislang war ein DNA-Test-Zwang auf Mitglieder der eigenen Familie beschränkt. Dabei bleibt es, sagt das Bundesverfassungsgericht.

Das Urteil hat das Bundesverfassungsgericht am Dienstagvormittag verkündet und zeitgleich im Internet veröffentlicht. Dem Recht, die eigene Abstammung zu kennen, ständen die Grundrechte der anderen von einer Klärung Betroffenen entgegen, sagte Vize-Gerichtspräsident Ferdinand Kirchhof bei der Urteilsverkündung am Dienstag. Diese würden erheblich belastet. (Az. 1 BvR 3309/13).

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„Großer Städte-Vergleich der neuen Zeitschrift „Men’s Health DAD““

„Augsburg ist die väterfreundlichste Stadt Deutschlands. Das ist das Ergebnis einer umfangreichen Vergleichsstudie der 30 größten deutschen Städte, die das neue Männer-Magazin „Men’s Health DAD“ für seine zweite Ausgabe vorgenommen hat, die am 13. April 2016 erscheint.

Der Städte-Vergleich berücksichtigte die Aspekte Vätervorkommen, Engagement der Väter, Kinderbetreuung sowie den Gesundheits- und den Freizeitwert. Insgesamt wurden 11 Einzelkategorien ausgewertet, vom männlichen Elterngeldbezug über die durchschnittliche Elternzeitdauer bis zum Vergleich der Kita-Kosten. Auch für die Väterfreundlichkeit einer Stadt relevante weiche Faktoren wie die Anzahl von Spielplätzen oder die Verfügbarkeit von Kinderärzten wurden in die Untersuchung mit einbezogen. Wo sinnvoll, wurden die Zahlen in Relation gesetzt, etwa zur Bevölkerung oder zur Stadtfläche. So ließ sich auch die Metropole Berlin mit Kiel, der kleinsten Stadt im Ranking, vergleichen.

Generell fand die Vergleichsstudie heraus: In Bayern und Baden-Württemberg sind Väter am besten aufgehoben. …“

Quelle / gesamter Artikel: Mens Health Dad
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„Die Elternzeit-Lüge“

„… Was die gesellschaftlichen Strukturen betrifft, die es Männern weiterhin erschweren, als gleichberechtigter Elternteil Fuß zu fassen, muss ich wohl ebenfalls nicht viele Beispiele anführen. Wir sind immer noch weitgehend auf das „Mann geht voll arbeiten, Frau ist zu Hause mit den Kindern2-Modell ausgerichtet. In letzter Zeit wurde es erweitert um die Variante „Mann geht voll arbeiten, Frau arbeitet halbtags, während die Kinder in der Kita oder Schule sind“. Bei diesem neueren Modell teilt die Mutter die Erziehung allerdings auch nicht verstärkt mit dem Vater der Kinder, sondern mit den Kita-Erzieherinnen oder Grundschullehrerinnen, also mit anderen Frauen.

Streng genommen ist dieses Modell also nur die leicht veränderte Variante der jahrhundertealten Tradition in der ehemaligen Großfamilie, wo sich die Großmutter, eine schon erwachsene Tochter oder vielleicht eine kinderlose Schwester um die Kinder kümmerte, während die Mutter im Haushalt oder auf dem Hof arbeitete. Was in beiden Modellen auf jeden Fall erhalten bleibt, ist die Konstante „Mann geht voll arbeiten“.

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„Dokumentarfilm „Vaterlandschaften“: Es ist auch sein Kind“

„… Zunächst wollte Peter Kees gar keinen Film machen – zumindest keinen für die Öffentlichkeit: „Ich kam mit der Situation nicht klar. Und begann, mich zu filmen, um einen Umgang mit der Problematik zu finden.“ Dann kam ihm der Gedanke, dass er so später seiner Tochter zeigen könnte, wie die Geschichte aus seiner Sicht ablief. Und schließlich habe er gedacht: „Ich bin ja nicht allein. Es ist ein gesellschaftlich relevantes Thema.“ Deshalb zeigt er den Film jetzt doch vor Publikum. Ihm geht es mittlerweile auch um ein generelles Problem von Vätern: „Das deutsche Familienrecht ist veraltet.“ Das Umgangsrecht in Deutschland sei zu lasch, etwa im Vergleich mit Belgien oder Schweden. „Was fehlt, ist, dass aus der Sicht des Kindes gehandelt wird.“

Im Mai 2013 – kurz nach der Geburt von Kees’ Tochter – trat zwar eine Reform des Sorgerechts in Kraft: Seitdem kann der Vater durch einen Antrag beim Familiengericht auch ohne Zustimmung der Mutter das gemeinsame Sorgerecht bekommen. „Natürlich hätte ich gern einen Teil des Sorgerechts. Allerdings sieht meine Anwältin trotz der geänderten Gesetzeslage keine Chance“, sagt Kees. Wenn Eltern nicht genug kommunizieren, würden Gerichte noch immer Mütter bevorzugen.

Im Film sieht man fast nur Kees selbst – vor allem seinen Gemütszustand. Etwa als er versucht, herauszufinden, ob das Kind schon geboren ist. Er erfährt es erst Tage später. …“

Quelle / gesamter Artikel: Tagesspiegel
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Buchtipp: Johannes Huber + Heinz Walter „Der Blick auf Vater und Mutter: Wie Kinder ihre Eltern erleben“

„… Sowohl in Theorie und Forschung als auch in der erzieherischen Alltagspraxis herrscht die Blickrichtung der Erwachsenen auf das Kind vor. In radikaler Umkehr dessen interessiert sich dieses Buch für die Kinderperspektive: Nicht mehr Erwachsene berichten darüber, wie sie Kinder sehen, sondern Kinder selbst geben Auskunft, wie sie Vater und Mutter und ihre Beziehung zu ihnen erleben. Die empirisch-sozialwissenschaftlichen als auch berufspraktischen Beiträge eröffnen Töchtern und Söhnen unterschiedlichen Alters Raum, ihre ganz eigene Sicht offenzulegen. Dabei wird deutlich, dass zur Erschließung der Kinderperspektive unterschiedliche Zugangswege möglich und nötig sind, um sich Aussagen über kindliche Bedürfnisse anzunähern.

Wie erleben Kinder ihre Eltern?
Verschiedene Autoren mit unterschiedlichen Sichtweisen haben sich dieser Frage gestellt und geben in diesem Buch darauf eine Antwort. Dabei zeigt sich, dass dem Vater ein sehr breiter Raum gegeben wird. Die Kind-Vater Beziehung ist offensichtlich besonders prägend. Mütter scheinen für Kinder eine nicht so große Rolle zu spielen, sind aber genauso wichtig.

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„Schwangerschaftsabbruch betrifft auch Männer“

Ein weiterer Blick in die Schweiz:

„… Frauen sind komplett frei, ob sie dem möglichen Vater des gemeinsamen Kindes schon überhaupt nur von der Schwangerschaft erzählen mögen. Der Mann und seine Bedürfnisse spielen nicht einmal eine untergeordnete Rolle, sondern bleiben gänzlich unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Obwohl er in die Entscheidung überhaupt nicht involviert werden muss, steht der Vater umgekehrt hundertprozentig, unausweichlich und lebenslänglich in der Verantwortung gegenüber dem Kind (und je nachdem auch der Frau).

Diese kulturell und rechtlich verankerte Unsichtbarkeit des Vaters trifft die engagierten Väter am stärksten und ist eine denkbar schlechte Voraussetzung, wenn wir Gleichstellung realisieren und die Erwerbs­kontinuität von Frauen ebenso wie das Betreuungsengagement von Männern zur gesellschaftlichen Selbst­verständlichkeit machen wollen (wie das die Bundesverfassung vorgibt).

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TV-Tipp am 09. 03. 2016 um 20.15 Uhr: Dokumentation „Scheidung – überforderte Mütter“ auf 3Sat

„Was geschieht im Leben einer Frau, die ihre Kinder alleine erziehen muss? Junge Mütter geben Einblick in ihr Leben zwischen normalen Heldentum und alltäglichem Wahnsinn.

Insbesondere Geldprobleme werfen viele getrennterziehende* Mütter aus der Bahn. Zwar hat sich Vieles verbessert – zum Beispiel der Status der Frauen im Allgemeinen. Die feindselige Haltung früherer Zeiten ist gewichen, heute werden getrennterziehende Mütter eher bewundert.

[…]

Bei den meisten geht es nicht wie geplant voran. Mütter, die sich weiterbilden wollen, eine Karriere verfolgen oder eine Arbeit haben, die sie zum Reisen zwingt oder unregelmäßige Arbeitszeiten beinhaltet, sind auf die Unterstützung des Expartners oder anderer nahestehender Personen angewiesen.“

Quelle / gesamter Arttikel: 3Sat
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*Wir bitten um Kenntnisnahme unseres Statements zur Verwendung des Begriffes “Getrennterziehende”.

„Eine stille Revolution der jungen Väter“

„… Hat eigentlich schon jemand bemerkt, dass es eine nahezu lautlose Revolution gab, nämlich eine kolossale, fantastische Veränderung?

Wir haben vergessen, dass Männer noch bis in die 1960er Jahre zu „Kriegern“ erzogen wurden – wie seit Jahrtausenden zuvor! Nicht nur im Faschismus wurden besonders die kleinen Jungen seelisch verkrüppelt und erfuhren von ihren Müttern und Vätern Bindungs-, Empfindungs- und Emotionslosigkeit, um sie jederzeit als willenloses Kanonenfutter an die Front werfen zu können.

Junge Männer, die sich auf Kinder freuen

Und heute? Junge Männer verabschieden sich von diesem Image, setzen sich vielmehr vehement für eine friedliche Welt ein. Sie werden emotional weicher, auch wenn der Bart als Mode zurückkehrt und das Männliche betont.

[…]

Also: warum bejubeln wir diese stille, jedoch riesige, evolutionär wichtige Veränderung unter der Hälfte unserer Bevölkerung nicht lauter und heftiger?

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