„Neue Vorwürfe gegen Jugendhilfe-Einrichtungen“

„… Nachdem ein Mädchen Süßigkeiten gestohlen hatte, seien alle anderen Bewohnerinnen zum sogenannten Aussitzen in einen Raum gesperrt worden. Erst, als sich die Diebin nach 18 Stunden stellte, hätten alle den Raum wieder verlassen und endlich ins Bett gehen dürfen, berichtete die junge Frau.

[…]

Die 22-Jährige berichtete ebenfalls, dass ein Brief an ihre Mutter zerrissen worden sei, „weil ich meiner Mama geschrieben habe, dass wir Strafsport machen mussten“. Von Briefkontrollen hatten zuvor auch schon Mitarbeiter berichtet, sie bestritten jedoch, eine inhaltiche Zensur vorgenommen zu haben. Sport wurde ihrer Darstellung nach als Strafe angeordnet. Sie selbst sei zudem auch eine Woche lang von den anderen Mädchen isoliert worden, weil sie gegen das System aufbegehrt habe. …“

Quelle / gesamter Artikel: NDR
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„Sorgerechtsentzug – Inobhutnahmen: mehr Transparenz – Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze“

„Im Jahr 2014 wurden insgesamt 17 029 Maßnahmen zum vollständigen oder teilweisen Sorgerechtsentzug getroffen, die Tendenz ist steigend. Wird das Sorgerecht entzogen, so erfolgt eine Fremdunterbringung in der Regel in Heimen oder bei Pflegeeltern. Meist ist dem Sorgerechtsentzug schon eine wichtige Weichenstellung vorausgegangen: die Inobhutnahme durch das Jugendamt. Dazu stellt der ISUV-Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk fest: „Einerseits ist es gut, dass das Jugendamt genauer hinschaut, wenn für Kinder Gefahr in Verzug ist, andererseits darf das Jugendamt mit seinen Maßnahmen nicht gerichtlichen Entscheidungen vorgreifen. In jedem Fall haben die Eltern vor einer Inobhutnahme Anspruch auf rechtliches Gehör und einen Anwalt, der sie vertritt.“ Der Interessenverband Unterhalt und Familienrecht (ISUV) fordert mehr Transparenz bei Inobhutnahmen, Intensivierung der Beratung der Eltern, keine Einzelentscheidungen eines Sozialarbeiters oder einer Sozialarbeiterin, keine gezielte Entfremdung der Kinder von den leiblichen Eltern. Klare Zielvorgabe muss die Rückführung in die Ursprungsfamilie sein.

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„Betroffene für Fallsammlung gesucht : Verweigerung des Sorgerechts mit Inobhutnahme“

Nachfolgend verweisen wir auf eine Suchanfrage:

„Liebe Freunde und Mitstreiter,

ein sehr engagiertes Lehrer-Großelternpaar aus Norddeutschland will eine Fall- Sammlung starten – deutschlandweit – wo leiblichen / rechtlichen Vätern das Sorgerecht verweigert wird, die Mutter das Sorgerecht entzogen bekommen hat und dann das Kind in Pflege kommt.

Das Ehepaar hat selbst einen solchen Fall in Bremen und auch schon in der Nähe von Osnabrück gefunden.

Bitte bei mir melden. Ich leite dann die Betreffenden weiter.

Liebe Grüße

Eure Heiderose“

Interessenten setzen sich bitte mit Heiderose Manthey unter den hier hinterlegten Kontaktdaten in Verbindung.
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„Position der Deutschen Liga für das Kind zu einer Reform des § 1631 b BGB (Mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung)“

„Ein 14-jähriges Kind lebt seit 2008 in einer Einrichtung, in der es eine Einzelbetreuung erhält. Aus kinder- und jugendpsychiatrischer Sicht war es zum Schutz des Kindes und seiner Mitbewohner als erforderlich angesehen worden, es nachts durch Fixierung mit einem Bauch- und Fußgurt bzw. einem hierzu dienenden Schlafsack zu sichern. Die Eltern hatten diesen Maßnahmen zugestimmt. Das Amtsgericht hatte diese Freiheitsbeschränkungen für die Dauer von längstens zwei Jahren genehmigt. Einen Verlängerungsantrag der Eltern hielt das Amtsgericht in Änderung seiner bisherigen Praxis nicht mehr für genehmigungsbedürftig. Der Bundesgerichtshof bestätigte, dass eine gerichtliche Kontrolle und Genehmigung derartiger Freiheitsbeschränkungen bei Minderjährigen nach der geltenden Gesetzeslage nicht erforderlich sei, da die Interessen des Kindes am besten von den Eltern wahrgenommen werden und diese auch grundsätzlich frei von staatlichen Eingriffen nach eigenen Vorstellungen darüber entscheiden könnten, wie sie die Pflege und Erziehung ihrer Kinder gestalten und wie sie ihre Elternverantwortung wahrnehmen wollen. Eltern würden gegenüber ihren minderjährigen Kindern dabei in Ausübung ihres Elterngrundrechts aus Art. 6 Abs. 2 S. 1 GG handeln, in das der Staat nicht ohne Not eingreifen darf. Die Eltern könnten derartige freiheitsbeschränkende Maßnahmen bis zur Grenze einer Kindeswohlgefährdung und unkontrolliert daher genehmigen. Unterhalb dieser hohen Schwelle der Kindeswohlgefährdung bestehen bisher keinerlei Verfahrensgarantien für die Kinder.

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„Teilweise Teilwaise: Wenn der Vater oft weg ist“

„… Ich gehe davon aus, dass Sie zu Beginn der Beziehung mit Ihrem Mann wussten, dass seine Arbeit viele Reisen und Umzüge und Ähnliches verlangt. Ich stelle mir auch vor, dass Sie damals nicht sehr intensiv nach Ihren eigenen inneren Echos gesucht haben, die damit verbunden sind, wie Schmerz, Trauer, Versagensgefühle, Einsamkeit und Wut – Gefühlen, die das rationale Denken, Ihre Liebe und Ihr intellektuelles Handeln die meiste Zeit verlangsamen oder gar völlig ausblenden. Hinzu kommt, dass Ihr Mann und Sie starke, unabhängige Persönlichkeiten sind, die daran gewöhnt sind, sich um vieles zu kümmern. Auch Ihr Sohn hat all diese Gefühle, aber weder den Überblick noch den Intellekt, die Stärke und Rationalität, die ihm helfen würden. Er hat nur Sie, und auch das nur mit der halben oder noch weniger Kapazität, während er wütend und aufgebracht ist. Er weiß einfach nicht, wie er alleine damit fertigwerden soll. Die Realität eingestehen Er muss sich mit der Tatsache anfreunden, dass er Teilwaise ist. Und sie müssen sich eingestehen, eine Alleinerzieherin zu sein.

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„Frühe Fremdbetreuung gefährdet Gesundheit“

„… Eine gewichtige Gegenstimme gehört Dr. Rainer Böhm, Facharzt für Kinder und Jugendmedizin und Leiter des Sozialpädiatrischen Zentrums in Bethel. Was er am Freitag beim Pädagogischen Fachtag „Stress – das unterschätzte Problem frühkindlicher Betreuung“ in der Ev. Familienbildungsstätte zu sagen hatte, stimmte die Besucher nachdenklich. Die Gesundheit der Kleinen, so war zu hören, sei in Gefahr.

Böhm, der schon als Sachverständiger für den Familienausschuss des Bundestages tätig war, stellte Langzeitstudien vor, die die Entwicklung von Kindern, die allzu früh fremdbetreut wurden, über viele Jahre nachzeichnen. Eine der zentralen Thesen lautet: „Je früher und je länger Kleinkinder außerfamiliär betreut werden, desto auffälliger im Sozialverhalten können sie werden.“ Die kognitive – also die intellektuelle – Entwicklung könne von frühkindlicher Betreuung profitieren, vor allem, wenn diese qualitativ hochwertig sei. Die sozio-emotionale Entwicklung, die grundlegend ist für das Sozialverhalten, aber nicht. …“

Quelle / gesamter Artikel: WAZ
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„«Bei der Kinderbetreuung ist die Schweiz ein Entwicklungsland»“

Ein Blick in die Schweiz:

„… Wir haben ein grundsätzliches Problem in unserer Gesellschaft: Vor 150 Jahren war die Kindererziehung noch Aufgabe der Gross­familien mit starkem Zusammenhalt. Im Zuge der Industrialisierung haben sich diese Gemeinschaften immer mehr ­aufgelöst, die Gemeinden mussten mehr Verantwortung übernehmen. So sind die Sozialämter entstanden. Diese Behördenmitglieder haben die Bewohner noch gekannt. Heute leben wir in Kleinfamilien. Diese Entwicklung hat die Sozialämter überfordert, deshalb wurden die Vormundschaftsbehörden professionalisiert. Die Folge davon ist, dass das Verhältnis zwischen Bürger und Behörde anonym geworden ist. Heute fehlt weitgehend die Vertrauensbasis.

Welche Form der Zuständigkeit wäre ideal?
Wir suchen noch Lösungen. Man versucht beispielsweise so zu bauen, dass wieder Gemeinschaften entstehen können. In Winterthur gibt es einen Versuch auf einem früheren Sulzer-Areal.

Die Kesb wurde geschaffen, weil die Nähe zu Problemen führte. Ein Knabe starb, weil die Behörden den Vater zu gut kannten.
Bei aller Kritik an diesem Fall – man ­vergisst, dass diese Nähe in vielen Fällen ein enormer Vorteil war. Die früheren Behörden haben über die Lebenssituation der Familien besser Bescheid gewusst als eine anonyme Kesb. Ein Vertrauensverhältnis ist die Grundbedingung einer einvernehmlichen Lösung. Man kann nicht über Leute verfügen, ­denen das Vertrauen in die Institution fehlt.

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„In fremden Händen“

In der aktuellen Ausgabe der Süddeutschen Zeitung“ nimmt die Kritik an der Arbeit der Jugendämter dreizehn Seiten ein. Unter Anderem kommen Fachleute wie Prof. Dr. phil. Uwe Jopt, Dipl. Psych. und Dipl. Soz. Päd. Ursula Kodjoe, der Familienrichter a. D. Hans-Christian Prestien, Sozialpädagoge Klaus-Uwe Kirchhoff sowie Rechtsanwalt Thomas Saschenbrecker zu Wort:

„Fälle, die eher den Verdacht nähren, dass ein Apparat außer Kontrolle geraten ist: dass Familien, die vielleicht Hilfe bräuchten, mit staatlicher Gewalt schikaniert und auseinandergerissen werden – mit wenig Rücksicht auf Gesetze und auf das Gut, das eigentlich über allem steht: Das Kindeswohl. …“

Quelle / gesamter Artikel: Süddeutsche Zeitung
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„Trennungsängste: „Bitte geh´ nicht weg!““

„… Die Angst, von der Bezugsperson verlassen zu werden, ist angeboren und tritt bereits im Säuglingsalter auf. Wie ein roter Faden zieht sie sich durch den Lebenslauf eines jeden Menschen. Besonders stark zum Ausdruck kommt diese Trennungsangst vor dem ersten Geburtstag: Im so genannten Fremdelalter reagieren Kinder auf Personen, die sie nicht täglich um sich haben, oft mit vehementer Ablehnung. Die Botschaft lautet: „Mami, geh‘ nicht weg – noch nicht mal einen Meter!“ Auch Einschlafschwierigkeiten haben häufig mit der Angst vor Trennung und Verlassensein zu tun. „Wer weiß, ob Mama und Papa noch da sind, wenn ich wieder aufwache?“ Diese Befürchtung macht viele Kleinkinder schlaflos.

Rückfall beim Kiga-Start

Mit zunehmender Selbstständigkeit und einem Schatz positiver Erfahrungen nimmt die Trennungsangst zwar ab, verschwindet jedoch nie ganz. Häufig flammt sie beim Eintritt in den Kindergarten noch einmal ordentlich auf. Das liegt zum einen daran, dass die meisten Kinder durch den Hort die erste „echte“ Trennung von all ihren Bezugspersonen erfahren.

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„Banken entdecken ihr Herz für Väter“

Ein Blick in die Schweiz:

„… Das Freinehmen für das Neugeborene bleibt für sie ein teurer Luxus. Nun aber kommt Bewegung in die Debatte – dank Banken wie der Credit Suisse. Sie offeriert allen US-Angestellten einen bezahlten Elternurlaub von 20 Wochen. Sie finanziert auch das Kindermädchen auf Geschäftsreisen und holt die Jungväter zur «Erziehungsberatung» ab.

Werben um die Millennials

Ganz freiwillig hat die Bank ihre Grosszügigkeit nicht entdeckt. Es ist die Konkurrenz unter den Wallstreet-Banken einerseits und zwischen der Finanzindustrie und Internetfirmen wie Google oder Facebook anderseits, die zum Umdenken zwingt. «Wir wollen konkurrenzfähiger sein und passen deshalb unsere Politik an», erklärt Elizabeth Donnelly, die zuständige Personalmanagerin der Credit Suisse in den USA. «Wir sehen, was Google und andere Technologiefirmen unternehmen, um die gleichen Talente zu gewinnen, die auch wir anstellen wollen.»

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