„Was ein abwesender Vater für ein Kind bedeutet“

„… „Wenn der leibliche Vater aus dem Leben eines Mädchens oder eines Jungens verschwindet oder herausdrängt, hinterlässt er eine Wunde, die niemand schließen kann und die zeitlebens blutet“, schreibt die Betroffene Jeannette Hagen. In ihrem kürzlich erschienenen Buch „Die verletzte Tochter“ macht sie deutlich, wie der abwesende Vater ihr Leben bestimmte. „Wie oft habe ich heimlich geweint, wenn ich miterlebte, wie ein Vater seiner Tochter mit Verständnis und Liebe begegnete oder sie ermutigte, tapfer ihren Weg zu gehen.“ Dabei hat Hagens Vater sie verleumdet und offen abgelehnt, was schließlich dazu führte, dass sie ihre eigene Existenz anzweifelte. Die Folge: „Depressionen, Selbstverletzung, Selbstmordgedanken.“

Die Deutschen – eine väterlose Nation

Jeannette Hagen, die schließlich auch von ihrem Stiefvater verlassen wird, hat eine außergewöhnliche Geschichte, doch die Abwesenheit des Vaters betrifft sehr viele Menschen. „In den letzten hundert Jahren haben funktionale Vätervorbilder in Deutschland gefehlt“, sagt Professor Matthias Franz, Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Neurologie und Psychiatrie am Universitätsklinikum in Düsseldorf. Franz beschreibt in seinen wissenschaftlichen Arbeiten ein „väterliches Defizit“ in unserer Gesellschaft.

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„Ich will Papa nicht sehen“

„… Folgende Symptome können auf eine aktive Entfremdung des Kindes hinweisen:

  • Beschimpfung und Abwertung: Der abgelehnte Elternteil wird mit Schimpfworten (Du Penner, Idiot, Verräter, Hure …) belegt. Das Kind wertet voller Hass ab: „Du bist dumm, taugst zu nichts, kriegst nichts auf die Reihe.“
  • Schwarz-Weiß-Denken: Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, wird idealisiert, der abgelehnte Elternteil schlecht gemacht. Alle guten Erlebnisse mit diesem Elternteil werden verdrängt oder nachträglich abgewertet: „Ich bin nur mit ins Kino gegangen, weil er mich dazu gezwungen hat.“
  • der „eigene Wille“: Häufig wiederholen die Kinder stereotyp „Ich will das so, das ist mein eigener Wille.“ Diese Äußerung ist besonders fatal, denn welcher Vater, Richter oder Jugendamtsmitarbeiter will sich schon über den Willen des Kindes hinwegsetzten.
  • keine kindgerechte Wortwahl: „Du belästigst mich, geh weg!“, sagt da etwa ein fünfjähriger Junge zu seinem Vater. Die Kinder scheinen wie „programmiert“ und gebrauchen Wörter, die ihrem Entwicklungsstand nicht entsprechen.

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„Bericht zur Armutsentwicklung in Deutschland 2016“

Einmal mehr wird in der Gruppe der am Stärksten Betroffenen die Gruppe der Trennungsväter ausgeblendet:

„… Die am stärksten von Armut betroffenen Gruppen sind nach dem Bericht Erwerbslose (58 %). Auch die Kinderarmutsquote (19 %) liegt nach wie vor deutlich über dem Durchschnitt, wobei die Hälfte der armen Kinder in Haushalten Getrennterziehender* lebt. Die Armutsquote Getrennterziehender liegt bei sogar 42 %, was u.a. an systematischen familien- und sozialpolitischen Unterlassungen liegt.

[…]

Herausgeber des Armutsberichts sind Der Paritätische Gesamtverband, das Deutsche Kinderhilfswerk, der Volkssolidarität Bundesverband, die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, der Deutsche Kinderschutzbund, der Verband alleinerziehender Mütter und Väter, der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte und die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie. …“

Quelle / gesamter Artikel: Der PARITÄTISCHE
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*Wir bitten um Kenntnisnahme unseres Statements zur Verwendung des Begriffes “Getrennterziehende”.

Terminhinweis 13. 04. 2016 Euskirchen: Fachvortrag und Diskussion „Trennung und Scheidung“

„Trennung und Scheidung erschüttern alle Betroffenen. Für Kinder ist der Verlust eines Elternteils tragisch. Eine meist konfliktreiche Zeit endet mit dem Auszug eines Elternteils. Kinder leiden darunter, dass sich ihre Eltern nicht mehr lieben und werden unsicher, ob sie selbst beide Eltern noch lieben dürfen. Deren gegenseitige Vorwürfe bringen letztendlich auch die Kinder in einen Loyalitätskonflikt. Häufig stehen sie selbst im Mittelpunkt des elterlichen Konfliktgeschehens, wenn es z.B. um die Erziehung geht.

Kinder sind auf verständnisvolle Eltern angewiesen, die sie in dieser Phase entlasten. Die Familienbeziehungen sollten einvernehmlich neu organisiert werden, damit Kinder ihrem Bedürfnis entsprechend ihren Kontakt zu beiden Eltern und weiteren Personen aus deren verwandtschaftlichem Umfeld aufrechterhalten können.

In dem Vortrag und der Diskussion mit den Teilnehmern wird vor allem die Perspektive der Kinder betrachtet, ihre emotionale Belastung und mögliche Folgen. Ebenso werden elterliche Verhaltensweisen erörtert, die diese Lebenssituation für Kinder und Eltern erleichtern und wie sich Fehler in Trennungs- und Scheidungssituationen vermeiden lassen. …“

Quelle / gesamter Veranstaltungshinweis: Katholisches Bildungswerk im Kreis Mettmann
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BR-Sendung „Jetzt mal ehrlich“ vom 22. 02. 2016 in Mediathek hinterlegt

Die von uns am 19. 02. 2016 angekündigte Sendung „Jetzt mal ehrlich“ des Bayerischen Rundfunks zum Auslaufmodell der Wochenendvaterschaft ist nunmehr in der Mediathek hinterlegt (bitte hier entlang). Der Sendemitschnitt umfasst eine dreiviertel Stunde und beinhaltet neben der gravierend einseitigen Sorhgerechtsstatistik zahlreiche Erfahrungswerte von Eltern, Fachleuten sowie der Journalistin und Autorin des Buches „Die verletzte Tochter“ Jeannette Hagen.
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Buchtipp: Michael Kumpfmüller „Die Erziehung des Mannes“

Georg, angehender Musikwissenschaftler und Held von Michael Kumpfmüllers Roman „Die Erziehung des Mannes“ ist ein Opportunist – zumindest was Frauen angeht. Ausgestattet mit einem Mangel an männlicher Identität, durchlebt er einen langwierigen Sorgerechtsprozess.

„Die Erziehung des Mannes“ lautet der Titel des neuen Romans von Michael Kumpfmüller und nimmt somit Gustave Flauberts berühmtes Werk „Die Erziehung des Herzens“ auf. In beiden Fällen handelt es sich um Entwicklungsromane, in beiden Fällen steht ein Protagonist im Zentrum, dessen Charakter schwer greifbar und dessen Haupteigenschaft die Indifferenz ist.

[…]

Das siebenjährige Mönchstum endet, als Julika, Jule genannt, sein Leben betritt und es entschlossen in Richtung Familiengründung lenkt. Nach der Scheidung, und nach Georgs zunächst gelingender Neubeziehung mit Sonja, erklärt Jule ihm den Dauerkrieg. Das elterliche Sorgerecht wird zu dessen Schauplatz, die drei gemeinsamen Kinder dienen als Beutemasse.

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„Kinderhilfswerk: Deutschland vernachlässigt die Rechte von Kindern in Gerichtsverfahren“

„Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert einen verbesserten Zugang von Kindern zum deutschen Rechtssystem und die stärkere Einbeziehung kinderrechtlicher Aspekte in Gerichtsverfahren. Eine aktuelle Studie des Child Rights International Network listet Deutschland in diesem Bereich nur auf Platz 66 weltweit. Grundlage der Studie sind vier kinderrechtliche Bereiche: die Umsetzung der Kinderrechte laut UN-Kinderrechtskonvention und die Möglichkeit, diese vor Gericht geltend machen zu können, die Rechtsstellung von Kindern in Gerichtsverfahren, die Rechtsmittel, die Kinder zur Verfügung stehen sowie praktische Überlegungen, wie Kosten oder einschüchternde Verfahren, die Kinder daran hindern können, ihre Rechte in Gerichtsverfahren einzufordern.

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„Güterstand: Vermögen bei Scheidung“

Gern kommen wir dem Wunsch des Verantwortlichen für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Berufsverbandes der Rechtsjournalisten e.V., Alexander Kretschmar, nach und weisen nachfolgend auf den Ratgeber „Güterstand: Vermögen bei Scheidung“ hin (ab sofort auch in unserer Linkliste hinterlegt):

Sehr geehrte Damen und Herren,

unter https://gleichmass.wordpress.com/links/ habe ich Ihre informative und interessante Linkliste zum Thema Finanzen und Scheidung entdeckt und hätte dafür noch eine kleine Ergänzung.

Wir vom Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. haben vor kurzem unseren umfassenden Ratgeber zum Thema „Güterstand: Vermögen bei Scheidung“ veröffentlicht.

Hier finden interessierte Bürgerinnen und Bürger einen transparenten Überblick, sowie umfangreiche Ratgeberinhalte zu verschiedensten Themen in Bezug auf Vermögens- und Gütertrennung (z.B. Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich, Lebensversicherung bei Scheidung uvm.). Das Angebot versteht sich zudem ausdrücklich als nicht kommerziell, wird stetig ausgebaut und regelmäßig aktualisiert.

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„Was wir nicht mehr zu Vätern sagen sollten“

„… Hört euch nur mal die Sprache an, in der wir über Eltern reden, dann wisst ihr, auf wessen Seite die Punkte sind.

Seht euch nur an, wie viel Druck wir auf Mütter ausüben, die, „die ja dazu geboren sind, ein Kind zu erziehen“. Die mit den Instinkten. Die, die wissen, wie es geht.

Sogar auf der Flasche, in der das Waschgel für unseren Sohn drin ist, steht „Mütter lieben es“.
Was ist mit den Vätern?

Es ist leicht zu verstehen, warum sie oft „Babysitter“ genannt werden.

Es ist leicht zu verstehen, warum Väter in den Geburtsvorbereitungskursen kaum erwähnt werden.

Es ist leicht zu verstehen, warum die guten Väter – die liebenden, sich kümmernden, mutigen, fähigen, treuen, die es instinktiv richtig machen – als trottelige Versager dargestellt werden.

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TV-Tipp am 22. 02. 2016 um 20.15 Uhr: Dokumentation „Wochenendväter ade?!“ im Bayerischen Fernsehen

„Trennung der Eltern – das bedeutet für die allermeisten Kinder das jähe Ende ihrer „heilen Welt“. Ab diesem Zeitpunkt sehen sie ihren Vater nur noch alle 14 Tage am Wochenende. So bestimmen es zumindest bis heute die allermeisten deutschen Familiengerichte. Doch entspricht das wirklich noch der Vaterrolle? Und wo bleibt dabei das vielbeschworene Kindeswohl? …“

Quelle / gesamter Hinweis: Bayerisches Fernsehen
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