„Meine Kinder leben beim Vater – und das ist gut so!“

Wir hatten bereits am 20. 12. 2015 einen Artikel verlinkt, der das Tabuthema der von ihren Kindern getrennt lebenden Mütter aufgriff. Am 22. 12. 2015 erschien relativ zeitnah in der „Brigitte Mom“ ein weiterer Artikel zur Thematik:

„… Es scheint mir überflüssig zu erwähnen, dass ich meine Kinder liebe. Für alle Fälle sage ich es aber doch: Ich liebe sie. Sehr. Sie waren von Herzen erwünscht und wurden mit großer Ungeduld erwartet. Die Entscheidung, in eine Wohnung ohne sie zu ziehen, ist mir nicht leichtgefallen. Aber ihr Vater liebt sie auch. Sehr. Und ihm wäre es genauso schwergefallen, von ihnen wegzuziehen.

Warum gehen die meisten Menschen davon aus, dass Vätern und Kindern eine räumliche Trennung zuzumuten ist, Müttern und Kindern aber nicht? Wir mussten eine Entscheidung treffen. Punkt. Und wir haben sie getroffen, das Ergebnis funktioniert die meiste Zeit gut – für uns alle vier, auch wenn es natürlich manchmal knirscht im Getriebe – wie bei jeder anderen Familie, wie bei jedem anderen Lebensmodell auch.

[…]

„Kannst du da denn gar nichts mehr machen?“, höre ich oft von entsetzten Bekannten, wenn sie erfahren, dass meine Kinder nach der Trennung nicht bei mir geblieben sind. Nein, Leute, ich denke, da kann man nichts mehr machen. (Begegnet Vätern, die ausziehen, diese Frage eigentlich auch so häufig?)

Wir haben es als Paar nicht hingekriegt, aber wir versuchen unser Bestes, es weiterhin als Eltern hinzukriegen. Vielen erscheint unser Modell als Zumutung für mich als Mutter und grausam für unsere Kinder. Ich kann aber nichts Grausames darin sehen, wenn zwei Erwachsene gemeinsam alles dafür tun, dass ihre Kinder die Trennung möglichst unbeschadet überstehen.

Mein Mann und ich reden noch miteinander, und wir unterstützen uns, wenn einer von uns die Krise kriegt. Das scheint mir mehr zu sein, als viele Paare mit der konventionellen Alltagsmama-Wochenendpapa-Lösung hinkriegen.

„Aber was ist in ein paar Jahren, wenn dir klar wird, was du getan hast?“, werde ich gefragt. Nun, wenn ich dann anders über unser Lebensmodell denke, werde ich wohl mit dem Vater meiner Kinder darüber sprechen.

[…]

„Hoffentlich nehmen die Kinder keinen Schaden dabei“, ist eine andere wohlmeinende Reaktion. Eine, die mich immer wieder verblüfft. Was bringt die Leute dazu, anzunehmen, dass es Kindern schadet, beim Vater zu leben, der sie ebenso liebt und ebenso verantwortungsvoll mit ihnen umgeht wie ihre Mutter?

In Deutschland wachsen die Kinder nach einer Trennung nur in einem von zehn Fällen beim Vater auf (Quelle Bundesfamilienministerium) – inzwischen glaube ich nicht mehr, dass das an den Vätern liegt. Unsere Gesellschaft ist auch im Jahre 2015 zutiefst davon überzeugt, dass die Kinder zur Mutti gehören. Wer einen anderen Weg wählt, muss sich permanent an einem Widerstand aus Missbilligung abarbeiten, den es zum Schmerz des Scheiterns, zum Vermissen, zu allen praktischen Veränderungen gratis obendrauf gibt. …“

Quelle / gesamter Artikel: Brigitte Mom
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