„Wie zwei Paare den Hass besiegt haben“

Ein Blick in die Schweiz:

„… Yve Köchli hat selber eine Scheidung hinter sich. Die 47-jährige Mutter von zwei Söhnen war als Eventmanagerin in der Kommunikationsbranche tätig. Vor vier Jahren stiess sie auf eine Anzeige der Vereinigung für gemeinsame Elternschaft (Gecobi), die eine neue Ausbildung zur Trennungsberaterin anbot. «Das war genau das, was ich gebraucht hätte bei meiner eigenen Trennung: jemanden, der über alle rechtlichen Dinge Bescheid weiss und einen zugleich auf der menschlichen Ebene unterstützt.»

Seit zwei Jahren tut Köchli nun genau das und berät Paare vor, während oder nach der Trennung. Ein Hauptziel dabei: Konflikte vernünftig austragen, Rosenkriege vermeiden. «Hauptsächlich bin ich Dolmetscherin», sagt sie. Meist hapere es nämlich mit der Kommunikation: «Frauen haben die Tendenz, nicht das zu sagen, was sie effektiv meinen. Sie erwarten aber, dass der Mann sie versteht, was dann eben meistens nicht der Fall ist.» So reden Männlein und Weiblein stundenlang aneinander vorbei. Er droht, den Geldhahn zuzudrehen, sie unterläuft das Kinder-Besuchsrecht, ein Machtmittel gegen das andere.

Wie bringt man Paare, die derart zoffen, zur Vernunft? «Meist reicht es, konsequent darauf hinzuweisen, wenn die Kinder instrumentalisiert werden. Oft ist das den Betroffenen gar nicht bewusst», sagt Yve Köchli. Fast immer helfe zudem, auf die finanziellen Folgen einer Scheidung hinzuweisen. «Viele merken erst, was bleibt und was man hat, wenn man es ihnen einmal vorrechnet. Sie schauen dann mit grossen Augen auf die Flipchart.» Eigentlich laufe vieles über den gesunden Menschenverstand. «Meine Aufgabe ist es, die Emotionen aus- und den Verstand sowie die Vernunft wieder einzuschalten.»

[…]

Sicher ist: Es gibt kein Patentrezept dafür, wie man die Konflikte und Verletzungen, die man als Paar erlebte, trennen kann von allem, was die Kinder betrifft. Den einen Schalter, mit dem man den Verstand ein- und die Gefühle ausschalten kann, hat auch Trennungsberaterin Yve Köchli noch nicht gefunden. «Wenn man aber die Kinder mehr liebt als man den Expartner hasst, kann man es gemeinsam schaffen», ist sie überzeugt. Manchmal kommt es sogar vor, dass sich Paare bei ihr wiederfinden, statt auseinanderzugehen. «Sie sprechen plötzlich Dinge aus, über die sie nie gesprochen haben, und lernen einander neu kennen», erzählt Köchli. …“

Quelle / gesamter Text: Beobachter
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