„Vaterentbehrung: „Die Mütterhoheit gehört vom Thron gestoßen““

Der Vater von Jeannette Hagen hat seine Tochter verleugnet. Ein Gespräch über Scheidungskinder, Entbehrungen und Frauen, die immer Mädchen bleiben.

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Haben Männer, die von der Mutter der gemeinsamen Kinder getrennt leben, keine Chance, ein guter Vater zu sein?

Doch! Man kann dem Kind immer wieder signalisieren, dass man da ist. Auch als jemand, der seine Kinder nur alle 14 Tage sieht. Allein das Angebot der Präsenz des Vaters, so frustrierend das auch manchmal für den Vater selbst sein mag, wird diesen Kindern später helfen.

Sie nennen Ihr Buch ‚Die verletzte Tochter‘. Können Sie erklären, was diese Frauen kennzeichnet?

Frauen, die Vaterentbehrung erlebt haben, sind häufig geprägt durch mangelndes Selbstbewusstsein und davon, dass sie sehr oft kein Gefühl für ihre Selbstwirksamkeit haben. Sie verstehen nicht, was sie an- und ausrichten können und tragen ihren Schmerz in die nächste Generation weiter. Das drückt sich allerdings in sehr unterschiedlichen Verhaltensmustern aus.

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Väter setzen andere Grenzen als Mütter. Außerdem ist der Vater in dem Mutter-Vater-Kind-Dreieck derjenige, der dem Kind die Möglichkeit gibt, sich von der Mutter zu lösen und eine eigenständige Persönlichkeit zu entwickeln. Bei vaterlosen Kindern sieht man oft die enge Bindung an die Mutter, die dann irgendwann in Verachtung umschlagen kann. Oder die Kinder schaffen es eben überhaupt nicht, sich zu lösen. Ich selbst habe mich aus der viel zu engen Bindung erst durch Therapien lösen können.

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Sind Frauen, die Vaterentbehrung erlebt haben, unfähig für eine Partnerschaft?

Nein, unfähig sind sie nicht, aber sie müssen sich selbst auf die Spur kommen. Wenn man zum fünften Mal an denselben Typ Mann geraten ist, mit dem es nicht klappt, dann sollte man sich mal fragen, wo der eigene Anteil an diesem Phänomen liegen könnte, oder? Die Statistik sagt, dass Frauen mit Vaterentbehrung sich viel häufiger scheiden lassen, als jene, die einen liebenden Vater hatten.

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Was beim eigenen Vater nicht gelang, wird vom Partner eingefordert. Männer werden dressiert, passend gemacht. Das ist schade, denn damit verlieren sie ihren Gegenpart in der Beziehung. Damit züchten wir uns Co-Muttis heran.

Klingt nicht nach Augenhöhe.

Nein, natürlich nicht. Denn gleichzeitig wollen wir Frauen ja auch einen Mann. Viele Frauen schwanken zwischen einem Verhalten, das sie von ihren Müttern kennen und übernommen haben und dem eines kleinen Mädchens. Klar, dass mich die Männer dann auch nicht als eine erwachsende Frau wahrgenommen haben.

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Auch viele Väter sind verletzt. Frauen können sich nach einer Trennung an ihren Männern rächen, indem sie ihnen die Kinder vorenthalten. Das ist also nicht nur eine Bestrafung für den Mann, sondern auch für die Kinder?

Ja. In meinen Augen missbrauchen diese Frauen ihre Kinder als Macht- und Druckmittel. Und sie haben offensichtlich keine Ahnung davon, was sie ihnen und auch den Vätern damit antun. …“

Quelle / gesamtes Interview: Süddeutsche Zeitung
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