„Zwei Euro mehr Kindergeld „Eine Schande für unser Land““

„… Das Deutsche Kinderhilfswerk kritisierte die Erhöhung des Kindergeldes als völlig unzureichend. „Zwei Euro mehr Kindergeld und drei Euro Regelsatzerhöhung für Kinder im Hartz-IV-Bezug sind ein Hohn. Mit diesen mickrigen Beträgen werden wir es nicht schaffen, die Kinderarmutsquote in Deutschland zu senken“, sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Rund drei Millionen von Armut betroffene Kinder und Jugendliche in Deutschland sind eine Schande für unser Land.“

Er kritisierte, dass Spitzenverdiener durch den Kinderfreibetrag in der Steuer mehr entlastet werden als Geringverdiener. „Jedes Kind sollte uns aber gleich viel wert sein.“ Wenn einem fünfjährigen Kind aus einer Hartz-IV-Familie täglich nur 2,94 Euro für Essen und Trinken zugestanden werde, habe das mit dem vom Bundesverfassungsgericht geforderten soziokulturellen Existenzminimum nichts zu tun. …“

Quelle / gesamter Artikel: N24
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„Bericht der Bundesregierung: Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes“

„Das Bundeskabinett hat am 16.12.2015 den Bericht zur Evaluation des Bundeskinderschutzgesetzes beschlossen. Insgesamt zeigt die Evaluierung, dass seit Inkrafttreten des Gesetzes am 01.01.2012 viel für den Schutz von Kindern erreicht wurde. Gleichzeitig wird deutlich, dass weitere Verbesserungen im Kinderschutz notwendig sind.“

Quelle / zum Bericht: Deutscher Präventionstag
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„Wie zwei Paare den Hass besiegt haben“

Ein Blick in die Schweiz:

„… Yve Köchli hat selber eine Scheidung hinter sich. Die 47-jährige Mutter von zwei Söhnen war als Eventmanagerin in der Kommunikationsbranche tätig. Vor vier Jahren stiess sie auf eine Anzeige der Vereinigung für gemeinsame Elternschaft (Gecobi), die eine neue Ausbildung zur Trennungsberaterin anbot. «Das war genau das, was ich gebraucht hätte bei meiner eigenen Trennung: jemanden, der über alle rechtlichen Dinge Bescheid weiss und einen zugleich auf der menschlichen Ebene unterstützt.»

Seit zwei Jahren tut Köchli nun genau das und berät Paare vor, während oder nach der Trennung. Ein Hauptziel dabei: Konflikte vernünftig austragen, Rosenkriege vermeiden. «Hauptsächlich bin ich Dolmetscherin», sagt sie. Meist hapere es nämlich mit der Kommunikation: «Frauen haben die Tendenz, nicht das zu sagen, was sie effektiv meinen. Sie erwarten aber, dass der Mann sie versteht, was dann eben meistens nicht der Fall ist.» So reden Männlein und Weiblein stundenlang aneinander vorbei. Er droht, den Geldhahn zuzudrehen, sie unterläuft das Kinder-Besuchsrecht, ein Machtmittel gegen das andere.

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„Unterhaltsrecht in Schieflage“

„… Der ISUV Vorsitzende Rechtsanwalt Ralph Gurk weist auf ein häufiges Problem hin und kritisiert: „Es ist ungerecht gegenüber Unterhaltszahlern/innen, wenn sie 30 Prozent der Betreuung übernehmen, aber dennoch 100 Prozent Unterhalt zahlen müssen.“

Die Höhe des Mindestunterhaltes richtet sich jetzt nicht mehr am Kinderfreibetrag, sondern am „sächlichen Existenzminimum“. Dieses wird – im Turnus von zwei Jahren – durch den Existenzminimumbericht der Bundesregierung bestimmt. Es orientiert sich am sozialhilferechtlichen Mindestbedarf. Der ISUV-Bundesvorsitzende Ralph Gurk begrüßt dies Neuregelung und fordert: „In gleicher Weise notwendig ist es die Höhe des Selbstbehaltes zu überdenken und entsprechend neu zu regeln.“ Da die Lebenslage von Unterhaltszahlern/innen – Miethöhe, Umgangskosten, Betreuungsleistungen – sehr unterschiedlich ist, fordert der Verband eine individuelle Anpassung von Kindesunterhalt und Selbstbehalt.

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„«Bei der Kinderbetreuung ist die Schweiz ein Entwicklungsland»“

Ein Blick in die Schweiz:

„… Wir haben ein grundsätzliches Problem in unserer Gesellschaft: Vor 150 Jahren war die Kindererziehung noch Aufgabe der Gross­familien mit starkem Zusammenhalt. Im Zuge der Industrialisierung haben sich diese Gemeinschaften immer mehr ­aufgelöst, die Gemeinden mussten mehr Verantwortung übernehmen. So sind die Sozialämter entstanden. Diese Behördenmitglieder haben die Bewohner noch gekannt. Heute leben wir in Kleinfamilien. Diese Entwicklung hat die Sozialämter überfordert, deshalb wurden die Vormundschaftsbehörden professionalisiert. Die Folge davon ist, dass das Verhältnis zwischen Bürger und Behörde anonym geworden ist. Heute fehlt weitgehend die Vertrauensbasis.

Welche Form der Zuständigkeit wäre ideal?
Wir suchen noch Lösungen. Man versucht beispielsweise so zu bauen, dass wieder Gemeinschaften entstehen können. In Winterthur gibt es einen Versuch auf einem früheren Sulzer-Areal.

Die Kesb wurde geschaffen, weil die Nähe zu Problemen führte. Ein Knabe starb, weil die Behörden den Vater zu gut kannten.
Bei aller Kritik an diesem Fall – man ­vergisst, dass diese Nähe in vielen Fällen ein enormer Vorteil war. Die früheren Behörden haben über die Lebenssituation der Familien besser Bescheid gewusst als eine anonyme Kesb. Ein Vertrauensverhältnis ist die Grundbedingung einer einvernehmlichen Lösung. Man kann nicht über Leute verfügen, ­denen das Vertrauen in die Institution fehlt.

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„Europarat für alternierende Obhut“

Von unserer Schweizer Partnerinitiative „Verein für elterliche Verantwortung“ kommt die Meldung, dass der Europarat auf Antrag der Luxemburgischen Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch eine Resolution zur alternierenden Obhut (Paritätisches Wechselmodell) verabschiedet hat. Die Petition liegt derzeit nur in Englisch vor, zum Artikel geht es hier entlang.
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„Erziehung: „Mütter müssen Väter machen lassen““

SPIEGEL ONLINE: Frau Ahnert, Sie haben Hunderte Väter befragt und beobachtet. Was hat Sie dabei am meisten überrascht?

Ahnert: Wir hatten nicht erwartet, wie sehr die Qualität der Vaterschaft von den äußeren Umständen abhängt, also zum Beispiel von der Beziehung zur Mutter, den Möglichkeiten, Job und Familie zu vereinbaren, oder auch vom Kind. Bei frühgeborenen Kindern etwa verhalten sich die Väter oft äußerst zurückhaltend. Je ungünstiger die Umstände, desto eher wird das Vatersein an den Rand gedrängt.

[…]

SPIEGEL ONLINE: Verhalten sich jene Väter, die ihre Rolle gut ausfüllen, anders als Mütter?

Ahnert: Ja. Viele Männer sind weniger behütend, sie unterstützen die Neugier ihrer Kinder, aktivieren ihr Verhalten, werfen sie in die Luft, rennen und toben mit ihnen. Dieses physisch herausfordernde Verhalten ist bei Müttern seltener. Mütter achten dagegen eher auf die Unpässlichkeiten der Kinder und versuchen, negative Emotionen umgehend auszubalancieren. Wenn das Kind weint, nehmen sie es sofort in den Arm und trösten es.

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„Bücher über Vaterschaft: Abwesend, liebend oder nie informiert“

Nachfolgendes Essay zum Vaterbild in der Kinder- und Jugendliteratur hat zwar einige Schwächen (uns ist beispielsweise nicht bekannt, dass Väter ihre Kinder einst als „Besitz vorführten“), ist insgesamt jedoch empfehlenswert:

Laut Umfrage einer Fachzeitschrift sind die Väter von heute ihren Kindern so nah wie keine Generation vor ihnen. Zwei Drittel sagen, sie hätten für ihre Vaterrolle kein Vorbild. Auch die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur spiegelt das Vaterbild in seinen verschiedenen Varianten.

Während im realen Leben immer noch viele Kinder mit Vater und Mutter in einem Haushalt wohnen, muss man die traditionelle Familienkonstellation in der aktuellen  Kinder- und Jugendliteratur suchen. Oftmals sind die Mütter für die sogenannte Primärbeziehung zuständig. Die Väter sind engagiert oder einfach nur anwesend, sie sind Wochenendväter, aus dem Leben ihrer Mädchen oder Jungen nach und nach verschwunden oder gänzlich unsichtbar. Und so erscheinen in den heutigen Alltagsgeschichten recht unterschiedliche Vatertypen, die normalen Papas und die unnormalen Papas, wie die 11-jährige Polleke aus Guus Kuijers Kinderbuch „Wir alle für immer zusammen“ feststellen muss.

„Du kannst also einen Vater haben, der nicht dein Vater ist. Oder einen     Vater, der zwar dein Vater ist, der aber woanders wohnt. Oder einen Vater, den es zwar gibt, aber du hast keine Ahnung, wo. Oder einen Vater aus    einem Reagenzglas, den du nicht kennst. Oder einen Vater aus einem Reagenzglas, den du zwar kennst, zu dem du aber nicht Papa sagst, weil   du zu dem Mann deiner Mutter Papa sagst. Oder einen Vater aus einem Reagenzglas, zu dem du Papa sagst, obwohl er nicht der Mann deiner Mutter ist. Oder einen Vater, von dem du weißt, wo er ist, zu dem du aber nicht hindarfst. Oder du hast zwei Väter, die auf Männer stehen. Oder zwei Väter, die beide Frauen sind, aber lesbisch.“

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„Nach der Scheidung: Mutter ohne Kinder“

Mütter, die nach ihrer Trennung den Kontakt zu ihren Kindern verlieren oder einschränken, zählen zu den Tabuthemen unserer Gesellschaft. Dass Ausgrenzungs- und Entfremdungsmechanismen oftmals auch andersherum greifen, wird bei Debatten um Gleichberechtigung, Rollenbilder und Ausgrenzung oft ausgeblendet. Eine eindrucksvolle Geschichte veröffentlichte jüngst die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“:

Seit 13 Jahren hat sie ihre drei Jungen nicht mehr gesehen. Nach der Trennung ließ sie die Kinder beim Vater zurück und begann ein neues Leben ohne sie. Sie sagt: aus Liebe zu ihnen.

[…]

Die Geschichte, die sie erzählt, hört sich ganz anders an als die Geschichte, die ihr ehemaliger Mann – ein erfolgreicher Manager – ihren Söhnen erzählt. In seiner Geschichte ist der Vater der Gute und die Mutter die Böse, die ihre Kinder im Stich gelassen hat und nur an sich und ihre neue Liebe denkt. In ihrer Geschichte ist der Vater der Böse und die Mutter die Gute, die nur an ihre Kinder denkt und überhaupt nicht an sich. Ihre Geschichte geht so: Der Vater hat die Kinder nach ihrem Auszug so lange gegen die Mutter aufgehetzt, bis die Kinder die Mutter aus Loyalität dem Vater gegenüber nicht mehr sehen wollten. Sechs Monate nach ihrem Auszug sprach ein Familiengericht dem Vater das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die drei Söhne zu, weil sie gesagt hatten, sie wollten nicht mehr zur Mutter.

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„Kinder und Karriere – auch für Männer“

„… Männern wird nicht zugetraut, dass sie sich fürs Windelwechseln interessieren könnten

Denn für sie ist die Hürde, der Familie wegen den Arbeitgeber nach Zugeständnissen zu fragen, viel höher als bei Frauen. Das zeigt eine Studie des Berliner Wissenschaftszentrum für Sozialforschung. Männer trauen sich häufig nicht, Elternzeit zu beantragen – auch wenn diese von der Politik gefördert wird. Sie haben Angst, dass die Auszeit ihrer Karriere schaden könnte. Ganz ähnlich verhält es sich mit anderen Zugeständnissen, etwa was flexible Bürozeiten oder arbeiten von Zuhause aus angeht.

Der Fall Asmussen zeigt, dass die Angst nicht unberechtigt ist. Die Erwartungshaltung in unserer Gesellschaft ist noch immer, dass vorrangig die Frau für die Kinder zu sorgen hat. Männern wird schlicht nicht zugetraut, dass sie sich ernsthaft fürs Windelwechseln und die ersten Schritte ihres Kindes interessieren könnten. Ein Mann, der seine Stundenzahl reduzieren möchte, oder Teleworking einfordert, wird schief angeschaut.

Vatersein ist so hip wie nie zuvor

Das wird sich ändern. Denn vor allem die jungen Männer fordern eine gleichberechtigte Rolle in der Kindererziehung ein. Vatersein ist so hip wie nie zuvor.

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