„Herabwürdigung von Männern“

Die aktuelle Ausgabe der „Psychologie heute“ veröffentlichte in Reaktion auf den sehr einseitigen Artikel „Vorurteile? Ich doch nicht!“ im Septemberheft den nachfolgenden Leserbrief vom 2. Vorsitzenden des Forums Soziale Inklusion e. V. Doktor Andreas Schmohl:

„Ich kann dem Beitrag nur zustimmen, dass systematische Vorurteile das Wohlbefinden der Betroffenen beeinträchtigen und dass dies mehr Beachtung finden sollte. Im Text wird unterschwellig behauptet, dass nur Frauen, Schwarze, Homosexuelle und andere Minderheiten – nicht aber heterosexuelle weiße Männer – diesen subtilen Diskriminierungen ausgesetzt seien. Beispiele von „aversivem Sexismus“ gegen Männer werden nicht erwähnt. Ist eine Nachrichtenmeldung mit dem Satz „Unter den Opfern waren auch Frauen und Kinder“ nicht als Herabwürdigung der männlichen Opfer zu verstehen? Wie sind mit Steuermitteln finanzierte Plakate gegen häusliche Gewalt einzuordnen, auf denen geschrieben steht „ManN schlägt nicht“? Auch hier werden männliche Opfer (und Frauen als Täterinnen) ignoriert. Und wie soll ich als Mann den Satz interpretieren: „Wer die menschliche Gesellschaft will, muss die männliche überwinden“? Dieser Satz steht immerhin im Parteiprogramm der SPD!

Die Vorurteile gegen Männer, sie seien gewalttätig, weniger empathisch und für Kinderbetreuung und Haushalt weniger geeignet als Frauen, sind ein inverses Analogon zu den im Text erwähnten Vorurteilen gegen Frauen, sie seien mathematisch weniger begabt. Warum werden im Beitrag nicht Beispiele für beide Geschlechter aufgeführt? Noch persönlicher und folgenschwerer werden die Vorurteile bei Vätern, die sich intensiv um ihre leiblichen Kinder kümmern wollen. Wie soll ein Vater damit umgehen, dass er – im Gegensatz zur Mutter – vor Gericht erst beweisen muss, dass er ein guter Vater ist oder sein wird und dass er keine Gefahr für das Wohl des Kindes darstellt? Jeder, der bestreitet, dass es eine Ungleichbehandlung zwischen den Geschlechtern gibt, suggeriert, dass es (allein) an den Vätern selbst liege, wenn sie keine oder keine intensive Bindung aufbauen oder erhalten können. Ist die Herabwürdigung und Vorverurteilung von Männern in unserer Gesellschaft so stark verankert, dass sie gar nicht wahrgenommen und thematisiert wird?“

Quelle: „Psychologie heute“ 11 / 15
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