„Warum wir auch über die Erziehung unserer Söhne reden müssen“

„… Das hier soll keinesfalls ein Gegenartikel sein, […] aber für mich fehlt etwas, etwas für mich ganz Entscheidendes – und das möchte ich teilen, denn es ist wichtig.

Eigentlich finde ich diesen Aspekt noch wichtiger als kleine Mädchen zu stärken, wenn ich an den ganzen Gleichwertigkeitskampf zwischen den Geschlechtern denke.

Und zwar denke ich an die kleinen Jungs: unsere Söhne. Warum werden diese so wenig beachtet, wenn darüber debattiert wird, wie wir es schaffen Gleichberechtigung in der Gesellschaft, dem Arbeits- und Familienleben zu etablieren und zu leben? Was ist mit denen, die später zu eben diesen Männern heranwachsen, die eher eingestellt werden, mehr arbeiten als Frauen und weniger Elternzeit nehmen, die es gelernt haben stark sein zu müssen …

[…]

Ich denke kleine Mädchen stärken ist die eine Sache. Aber nicht die Wichtigste. Wir können noch so viel unsere Töchter so sein lassen wie sie wollen, nicht nur mit rosa Kleidchen bestücken, sie klettern und Indianer spielen lassen. Wenn wir dabei aber auf der anderen Seite den kleinen Jungs weiterhin so begegnen, wie es seit ewigen Zeiten der Fall ist, ihnen erklären wie ein Junge zu sein hat, das Rollenklischee und die scheinbar typischen Werte vorleben, dann wird sich nie etwas ändern.

Einem Jungen wird gesagt:„Jungs weinen nicht, ein Indianer kennt keinen Schmerz, hab dich nicht so.“ Und vor allem auch: „Du bist doch kein Mädchen, also kannst du doch keinen Zopfgummi tragen oder Pink anziehen.“

Damit werden kleine Jungs genauso in Stereotype gerpesst wie kleine Mädchen und es tut ihnen genauso weh, wenn ihnen schnelles Weinen und ein sensibler Charakter als nicht „jungenhaft“ vorgeworfen wird. Und sie können ebenso wenig einfach so sein, wie sie sind, das sein, was sie sind: Nämlich schlichtweg Kinder – ganz individuelle Charaktere – die zufällig zu dem einen Geschlecht gehören, das äußerlich sichtbar ist.

[…]

Jungen werden also genauso in die eine für sie vorgesehene Ecke gedrängt, ihnen wird genauso auferlegt wie sie sich zu verhalten haben, was sie (nicht) anzuziehen haben und dass sie die Starken sind. Auch wenn ein Junge sich gar nicht stark fühlt oder fühlen will. Auf der anderen Seite dürfen Jungen nicht zu lebhaft oder zu wild sein … dann heißt es sofort, sie seien verhaltensauffällig und werden in die immer weiter wachsende Gruppe der ADHSler geschoben. Klar, dass da oft auch bei kleinen Jungs das eigentliche Wesen unterdrückt und abgeschafft wird, zugunsten des gesellschaftlich akzeptierten Rollenverständnisses. …“

Quelle / gesamter Artikel: Momo Leis / Edition F
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