„Sorgerecht: Unterlegener Vater geht nach Strassburg“

Blick in die Schweiz:

„… Die Nachricht war eine Enttäuschung für Väter, die sich vom neuen, seit Juli 2014 geltenden Sorgerecht eine Trendwende erhofft hatten: Im August 2015 hat das Bundesgericht den Fall eines Zürcher Paares beurteilt, das sich seit rund fünf Jahren um das Sorgerecht für das heute sechsjährige Kind gestritten hatte.

Diese Eltern seien zur gemeinsamen Sorge nicht fähig, befand das höchste Schweizer Gericht, und stützte die Vorinstanzen, welche der Mutter das alleinige Sorgerecht erteilt hatten. Ursprünglich einigten sich die Eltern bei der Trennung, kurz nach der Geburt der Tochter, auf das gemeinsame Sorgerecht. Danach begannen sie sich aber wegen Sorgerechtsfragen wie Taufe und Auslandaufenthalte des Kindes zu streiten.

[…]

Der betroffene Vater will das Urteil an den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Strassburg weiterziehen, wie er Tagesanzeiger.ch/Newsnet auf Anfrage sagt. Noch bespricht er die Angelegenheit mit Familienrechtsspezialisten. Doch er ist entschlossen, den Kampf bis zur höchsten Instanz weiterzuführen. «Ich bin überzeugt, dass es nicht im Sinn des neuen gemeinsamen Sorgerechts ist, dass Nicht-Kooperation mit dem alleinigen Sorgerecht belohnt wird», sagt der italienischstämmige Zürcher, dessen Name Tagesanzeiger.ch/Newsnet bekannt ist.

Das sieht auch Oliver Hunziker so, Präsident von Gecobi, der Vereinigung für gemeinsame Elternschaft: «Mit der Einführung des gemeinsamen Sorgerechtes als Regelfall sollte verhindert werden, dass das Sorgerecht zum Streitobjekt wird. Dies war ja gerade der Systemfehler im alten Recht, da dort das Sorgerecht vom Willen eines Elternteils abhing.» Das Bundesgericht signalisiere nun in seinem ersten Entscheid nach der Einführung des neuen Gesetzes das genaue Gegenteil, sagt Hunziker: «Streit unter den Eltern wird wieder als Kriterium für eine Alleinsorgezuteilung an einen Elternteil gewertet.» Das Sorgerecht greife bei wirklich wichtigen Entscheidungen im Leben eines Kindes. Wenn sich Eltern in so wichtigen Fragen uneinig seien, müsse der Widerspruch geklärt werden, die blosse Entfernung eines Elternteils aus dem Recht dürfe nicht die Lösung sein. …“

Quelle / gesamter Artikel: Tagesanzeiger
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