Umfassender Artikel der „Psychologie heute“: „Wenn Frauen zuschlagen“

Im März veröffentlichten wir eine Leseempfehlung zum Sonderheft „Psychologie heute Compact: Männer verstehen“, in der wir als klares Defizit das komplette Fehlen männlicher Betroffenheit samt nachfolgender Notlagen im Kontext häuslicher Gewalt benannten. Mit der regulären Oktoberausgabe greift die Redaktion von „Psychologie heute“ unter der Überschrift „Wenn Frauen zuschlagen“ nunmehr diesen Themenkomplex in einer einzigartigen Sachlichkeit und Ausgewogenheit auf, die bislang in Deutschland ihresgleichen sucht:

„… „Weibliche Aggression ist ein bedeutsames gesellschaftliches Thema, das ernstgenommen werden sollte“, schreiben Gavin und Theresa Porter vom Connecticut Valley Hospital (USA) […] Gewalt von Frauen werde immer noch viel zu häufig totgeschwiegen oder ins Lächerliche gezogen […].

[…]

Grundsätzlich sind weibliche Übergriffe innerhalb der Partnerschaft keineswegs die Ausnahme, als die sie oft angesehen werden. Studien in den USA seit den 1970er Jahren haben gezeigt, dass Frauen ihren Lebensgefährten genauso oft körperlich angreifen wie umgekehrt. Auch eine aktuelle Untersuchung […] am Robert-Koch-Institut in Berlin ergab, dass gleich viele Männer und Frauen in Deutschland zu körperlicher Gewalt greifen […].

[…]

Männer üben Gewalt in vielen unterschiedlichen Bereichen aus, etwa in der Öffentlichkeit, am Arbeitsplatz oder in der Familie. Bei Frauen konzentrieren sich die Übergriffe dagegen auf das häusliche Umfeld: auf die Familie und enge soziale Beziehungen.

[…]

In vielen Fällen fängt die Gewalt harmlos an und steigert sich im Lauf der Zeit. „Möglicherweise reagiert der Mann auf leichte körperliche Übergriffe zunächst nicht – das kann dazu führen, dass die Frau ihre Gewalt verstärkt“, erläutert Schwithal. „Männer trauen sich oft auch nicht, deutlich zu sagen: „Stopp! Hier ist eine Grenze erreicht!“ – weil das eben nicht dem Rollenbild entspricht.“ […] Wenn Frauen anderen aus Hilflosigkeit oder Frustration körperlichen Schaden zufügen, dann kann das im Extremfall bis zu Totschlag führen. Opfer sind häufig ebenfalls Familienangehörige oder nahe Bekannte. …“

Der Artikel, der neben Bastian Schwithal auch Politikwissenschaftler und Fachbuchautor Peter Döge („Männer – die ewigen Gewalttäger? Gewalt von und gegen Männer in Deutschland“) sowie den Leiter der Stuttgarter Fachberatungsstelle Gewaltprävention Jürgen Waldmann zitiert, vertieft auch die Thematik Mord an den eigenen Kindern sowie auch an Fremden und ist in Gänze lesenwert.

Quelle / gesamter Artikel: „Psychologie heute
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2 Kommentare

  1. Yeph

     /  September 12, 2015

    Hallo,

    Es ist ja schön dass „Psychologie heute“ eine 540°-wende macht, aber bisher haben die Artikel, die ich zu dem Thema fand immer behauptet die Täter wären weit überwiegend männlich.

    Noch schöner wäre es, könnte man diesen Artikel, bzw. seine Erkenntnis, ein für alle Mal als die aktuelle Forschungslage deutschland- und europaweit so festhalten.

    Aber das wäre ZU schön. Nichtsdestotrotz ich war schon immer und bleibe wohl immer ein Träumer und träume weiterhin von Gerechtigkeit und dem Sieg des Rationellen über die Dummheit und Verblendung.

    Sorry für den defätistischen Beitrag, aber „Die Botschaft hör‘ ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“ ….

    Vielen vielen Dank für die ganze Arbeit und die ganze Mühe auch an die Autoren der Psy-heute!!!! 🙂

    Yeph

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