„Ich wollte einfach ein guter Vater sein“

Bedauerlicherweise alles andere als ein Einzelfall:

Nach der Trennung von seiner Freundin wird ein Vater des sexuellen Missbrauchs am gemeinsamen Sohn beschuldigt. Als ihm ein Gericht den Umgang wieder erlaubt, ist der Sohn doppelt so alt.

[…]

Wir wollten uns damals das Sorgerecht für das Kind teilen, doch das war ein Hin und Her. Und plötzlich kam ein ungeheuerlicher Vorwurf auf den Tisch: Missbrauch des gemeinsamen Sohnes. Vielleicht wollte sie mich aus dem Gefühl der Enttäuschung treffen? Ich weiß es nicht.

Zunächst kamen Fragen: Ob ich unseren Sohn mal mit einem Freund von mir alleine gelassen hätte. Wieso? Er sei missbraucht worden. Ich wies diesen Verdacht scharf zurück und sagte, dass ich für diesen Freund meine Hand ins Feuer legen würde. Dann müsse das bei meinem Vater passiert sein, sagte sie darauf. Ich: Mein Vater ist 65 und hat Prostatakrebs. Schließlich: Dann warst Du das.

[…]

Der Fall wurde nie vor einem Strafgericht verhandelt. Aber ich durfte meinen kleinen Sohn vom einen Tag auf den anderen ein halbes Jahr lang nicht sehen. Meine Ex-Freundin lebte 400 Kilometer entfernt. Ich fuhr vier bis fünf Stunden mit dem Auto, um mein Besuchsrecht einzufordern. Doch als ich dort war, konnte ich ihn nicht sehen. Mal hieß es, er wolle mich nicht sehen, dann stand er am Fenster und ich konnte sehen, wie er litt. Ein anderes Mal durfte ich ihn fünf Minuten sehen, bis die Mutter ihn mir wieder wegnahm. Das Kind war hin und her gerissen. Es spürte, dass seine Mutter und ihre Eltern mich abgrundtief hassten.

[…]

Im Urteil des Familienrichters steht nicht drin: Ich bin unschuldig. Sondern dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind missbraucht wurde, sehr gering ist. Und, dass es der Vater war, nochmal unwahrscheinlicher. Deshalb dürfe man unser beider Umgang nicht unterbinden. Ich bin also nie von dem Vorwurf reingewaschen worden und werde das auch nie. …“

Quelle / gesamter Artikel: Süddeutsche Zeitung
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