„Väter lieben Babys genauso wie Mütter“

„… Bier muss auch mit der Kritk leben, ihre Thriller über Fragestellungen der Moral und Ethik seien unrealistisch. Besonders das aktuelle Drama „Zweite Chance“ fiel in dieser Hinsicht bei der Kritik durch. Die Geschichte über zwei Familien, bei denen am Schluss nichts so ist, wie es am Anfang scheint, sei „grotesk“ und „lächerlich“, urteilte die US-Presse nach der Premiere in Toronto 2014. Von den Fans hingegen gab es das gewohnt überschwängliche Lob. Offenbar wird die Filmemacherin selbst in die Schwarz-Weiß-Raster gesteckt, die sie in ihren Filmen so gerne hinterfragt.

[…]

In Ihrem Film geht alle Empathie von der Figur des Vaters aus, während die Mütter entweder gewalttätig oder fahrlässig sind. Das entspricht nicht unseren Vorstellungen von der Rolle der Geschlechter. War das Sicht beabsichtigt?

Ja. Ich wollte unsere Vorurteile in Bezug auf Vater- und Mutterschaft hinterfragen. Es gibt viele Filme, die sich mit Vätern auseinandersetzen, aber darin geht es immer um ältere Kinder. „Zweite Chance“ ist der erste Film, der einen Vater darstellt, der so starke Gefühle für einen Säugling zeigt, wie wir sie üblicherweise nur Müttern zubilligen. Doch Väter lieben Babys genauso wie Mütter.

Aber in Ihrem Film sind die Mütter ja sogar richtig gefährlich für ihre Kinder.

Ich wollte nicht zum Ausdruck bringen, dass alle Mütter furchtbar sind. Doch kann es nicht der Fall sein, dass eine Mutter, die wir als liebevoll wahrnehmen, gar nicht so hingebungsvoll ist? Und eine Mutter, von der wir glauben, sie sei eine Rabenmutter, in Wirklichkeit starke Muttergefühle in sich trägt? …“

Quelle / gesamter Artikel: Süddeutsche Zeitung
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