„Eine unmögliche Mission“

Von allen Mitgliedern einer Patchworkfamilie geht es Stiefmüttern am schlechtesten, wie Studien zeigen. Als neue Frau des Vaters in eine Familie zu kommen ist alles andere als einfach. Sie bemühen sich oft bis zur Erschöpfung um die Kinder, scheitern damit jedoch öfter als Stiefväter

[…]

Bis zu 13 Prozent aller Familien, so schätzt das Bundesfamilienministerium, sind heutzutage Stieffamilien. Die Kinder leben nach der Trennung mit einem leiblichen Elternteil weiter zusammen, und sehen den anderen zeitweise, unter der Woche, am Wochenende, in den Ferien. Kommen neue Partner in diese Konstellation, ist das nie einfach. Doch die Stiefmutter scheint es in dieser Konstellation besonders schwer zu haben, egal, ob sie mit den Kindern zusammenlebt oder sie nur zeitweise zu Besuch hat. Sie bemüht sich oft bis zur Erschöpfung um die Kinder des neuen Partners und um Harmonie in dieser neuen Familie, zu der sie gehört. Dennoch scheitert sie öfter damit als der Stiefvater. Studien zeigen, dass es der Stiefmutter von allen Mitgliedern einer Patchworkfamilie am schlechtesten geht, dass sie oft sogar depressiv wird, weil sie das Gefühl hat, alles nur falsch machen zu können. Sie steht mehr unter Druck und bekommt weniger Unterstützung als der Stiefvater, sie erfährt mehr Ablehnung und weniger Respekt, sie hat viele Pflichten zu erfüllen und bekommt so gut wie keine Rechte zugesprochen.

Sehr unklar sei gesellschaftlich die Rolle der Stiefmutter, sagt der Psychologe Harald Werneck von der Universität Wien. Früher habe eine Stiefmutter in der Regel die leibliche Mutter ersetzt, wenn diese früh verstorben war. Die Vorsilbe „stief“ bedeutet auch „hinterblieben“, „verwaist“ oder eben „mutterlos“. Eine Stiefmutter war also für die Versorgung der Kinder zuständig, sowohl ganz praktisch als auch emotional. Heute aber ist das anders. In den meisten Fällen, bei etwa 85 Prozent aller Stieffamilien, lebt die leibliche Mutter noch und spielt im Leben des Kindes auch eine wichtige Rolle – praktisch und emotional.

Welche Aufgaben hat also eine Stiefmutter? „Das ist eine Grauzone, die erst einmal definiert und mit Leben erfüllt werden muss“, sagt Werneck. Das birgt Chancen – aber auch viele Risiken. …“

Quelle / gesamter Artikel: Die Welt
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