„Frankreich: Zwangsurlaub für Väter“

Einmal mehr ein stark tendenziöser Artikel, der die Zuwendung zum Familiennachwuchs als diskriminierende Last suggeriert und über die Positivwerte einer gesellschaftlichen Entwicklung mit Formulierungen wie „so lassen sich lediglich 60 Prozent der Männer auf den Vaterschaftsurlaub ein“ und Verzerrungen hinsichtlich der in Deutschland mehrfach widerlegten Lohnbenachteiligung aufwartet:

„Frankreich erwägt, junge Väter nach der Geburt ihres Kindes verpflichtend in Urlaub zu schicken. Die Babypause sei eine Karrierebremse – und die muss beide Eltern treffen.

[…]

Der Vorschlag kommt nicht von wirtschaftsfremden Emanzipationsromantikern, sondern von Laurence Parisot, der Präsidentin des mächtigen französischen Unternehmerverbandes Medef. Sie schlägt vor, nach der Geburt eines Kindes den Vater obligatorisch in Urlaub zu schicken. „Es ist traurig, aber wir kommen in Sachen Gleichberechtigung der Geschlechter nicht mehr voran“, sagt die 51 Jahre alte Unternehmerin. Der Vaterschafts-Zwangsurlaub könne zum „entscheidenden Hebel werden, um die Einstellung gegenüber Frauen und Männern in Firmen und Haushalten zu ändern“. Noch in diesem Frühjahr werde ihr Verband konkrete Vorschläge machen.

[…]

Der Babyurlaub sei eine Karrierebremse, argumentiert die Arbeitssoziologin Sabine Erbès-Seguin. „Es ist zu begrüßen, wenn dieses Handicap gerecht verteilt wird, und sei es unter Zwang.“ Bislang steht den Frauen in Frankreich ein vollbezahlter Mutterschaftsurlaub von 16 Wochen zu. Die Hälfte davon ist obligatorisch. Männer müssen nicht in Vaterschaftsurlaub gehen. Falls sie es wollen, stehen ihnen bei Geburt eines Kindes insgesamt 14 Tage Ferien zu. Den Lohnausfall übernimmt die Sozialversicherung, bei Besserverdienenden allerdings nur teilweise. So lassen sich lediglich 60 Prozent der Männer auf den Vaterschaftsurlaub ein. Viele fürchten, eine Babypause werde von ihren Chefs nicht gerngesehen. …“
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