„Ein sicherer Hafen für gewaltbetroffene Männer“

Als vor fünf Jahren das erste Haus für Männer eröffnet wurde, die Opfer von häuslicher Gewalt wurden, stellten nicht wenige die Notwendigkeit einer solchen Institution in Frage. Heute sei das Thema weitgehend enttabuisiert, sagen die Verantwortlichen des Männerhauses.

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Die Unterkunft ist für Männer, die „unter häuslicher Gewalt, in welcher Form auch immer, leiden, Männer, die ihr Zuhause verlassen wollen, mit oder ohne ihre Kinder“, sagt Oliver Hunziker, Gründer des Männerhauses.

Laut Hunziker hat die Gesellschaft in der Schweiz „durch die Existenz dieses Projekts“ begonnen, anzuerkennen, dass es dieses Problem der häuslichen Gewalt gegen Männer überhaupt gibt.

„Das öffentliche Bewusstsein ist gewachsen. Als wir vor fünf Jahren begannen, wurde dieses Thema weitgehend ignoriert, sogar belächelt“, fügt er an.

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In der Schweiz gibt es lediglich zwei Männerhäuser. Im UK sind es über 20. Gemäss einer Polizeistatistik wurden dort 2013 84’799 Fälle häuslicher Gewalt gegen Männer registriert und 304’522 gegen Frauen.

Aus Deutschland liegen keine genauen landesweiten Zahlen vor. Für 14’300 Fälle häuslicher Gewalt, die in Berlin geschahen, sollen 23,8% Frauen verantwortlich gewesen sein. In Deutschland zählt man drei Männerhäuser: in den Städten Berlin, Oldenburg und Brandenburg.
Finanzielle Hilfe und Unterstützung für Gewaltopfer

Eine im März von der Soziologin Anne Kersten der Universität Freiburg veröffentlichte Studie ergab, dass Männer lediglich einen Viertel aller Anträge bei der öffentlich-finanzierten Opferhilfe stellten. Dies obwohl sie gemäss der Kriminalstatistik ebenso häufig Opfer von Gewalt werden.

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Eine Nacht im „ZwüscheHalt“ kostet 160 CHF. Wenn der Fall von der Opferhilfe als häusliche Gewalt eingestuft wird, werden die Kosten vollumfänglich übernommen. Ist dies nicht der Fall, muss der Mann die Kosten übernehmen – je nach seinem Einkommen.

„Es ist sehr schwierig, den [Opfer-]Status für Frauen zu erhalten, noch schwieriger ist es für Männer“, so Hunziker.

In der Regel braucht es einen Polizeirapport. „Körperliche Gewalt ist sichtbar, man kann zum Arzt gehen, kann sie mit Fotos belegen… psychische Gewalt ist jedoch unsichtbar.“

Das Männerhaus wird weitgehend von Stiftungen und Spenden finanziert. Das Jahresbudget beläuft sich auf 130’000 CHF, inklusive Personalkosten für den Unterhalt des Hauses. …“

Quelle / gesamter Artikel: Swissinfo
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