„Gleichberechtigung: Männer, macht den Mund auf“

Wenn Kinder kommen, ist die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau schnell ganz traditionell. Das schadet auch den Männern. Zum Beispiel, wenn sie im Beruf scheitern.

„Das Geld reicht nicht. Ulrike tobt. Sie heult. Sie ist verzweifelt. Und ich stehe schweigend daneben, ich fühle mich so mies. Ich kann meine Familie nicht ernähren.“

Das schreibt ein ehemaliger erfolgreicher Journalist in seinem Buch „Möbelhaus“, das derzeit für einige Aufmerksamkeit sorgt. Unter dem Pseudonym Robert Kisch beschreibt er seinen beruflichen Absturz vom preisgekrönten Journalisten zum Möbelverkäufer. Die Ehe mit der Frau, die im Buch Ulrike genannt wird, überlebte die Krise nicht. Es folgt eine männliche Scheidungskarriere: Sein Auszug aus der gemeinsamen Wohnung, Einzug in eine ranzige Dachwohnung, knappe und genau regulierte gemeinsame Zeiten mit dem Sohn, Unterhaltspflicht.

In den vergangenen Jahren hat sich in Geschlechterrollen- und Emanzipationsfragen viel bewegt. Inzwischen betrachtet man selbst in bürgerlich-konservativen Kreisen Betreuung für Kleinkinder nicht mehr als reines Teufelszeug, das Elterngeld hat dafür gesorgt, dass Väter sich mehr um ihren Nachwuchs kümmern, geschiedene Frauen müssen mehr für den eigenen Unterhalt sorgen und Politiker können es sich nicht mehr leisten, Familienthemen als „Gedöns“ abzutun, wie es einst Gerhard Schröder tat. Und doch sind die gesellschaftlichen Normen darüber, was von Männern und Frauen erwartet wird, erstaunlich klassisch geblieben. Möbelhaus erzählt nicht nur von einem persönlichen Schicksal eines geschiedenen Ehemannes, es ist auch ein Buch über Männer und ihren Rollenkonflikt als Ernährer und Vater.

Es ist weiterhin gesellschaftlich akzeptiert, wenn eine Frau nur dazuverdient und die finanzielle Hauptverantwortung für die Familie bei den Vätern liegt – und die Schuldfrage, wenn es beruflich nicht mehr läuft, an die Väter gerichtet wird. …“

Quelle / gesamter Artikel: Die Zeit
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