WDR 5: häusliche Gewalt gegen Männer quasi nicht existent

Wie bereits berichtet, zeichnete der Radiosender WDR 5 am 10. 02. 2015 beim MDR Thüringen in Erfurt ein einstündiges Interview mit einem Vertreter unserer Initiative sowie einem betroffenen Familienvater zum Thema häusliche Gewalt auf. Auch empfahlen wir dem verantwortlichen Redakteur David Rümelin, Kontakt zur Koordinatorin des „Männernotrufes“ und Fachbeirätin unserer Initiative Monika Ebeling aufzunehmen.

Die ausreichend untermauerten und sachlich vorgetragenen Fakten unseres befragten Mitgliedes zur häuslichen Gewalterfahrung von Männern, zur sehr mangelhaften Hilfelandschaft sowie zu den Möglichkeiten, Hilfe zu organisieren, wurden in der heute um 15.05 Uhr ausgestrahlten und hier hinterlegten Sendung komplett rausgeschnitten. Übrig blieb ein Ungleichgewicht von 48 : 6 Minuten. 48 Minuten, die – durch wenige Musikstücke unterbrochen – Raum ließen, ein Dortmunder Frauenhaus mit 21 Wohneinheiten, einer Cafeteria sowie ausreichend Platz für Kinder und Heranwachsende, einige Fälle betroffener Frauen, darüber hinaus ein Kunst-/Film-Projekt, ein Migratinnen-Projekt in Düren, ein Täter-Projekt in Bielefeld und ein Sensibilisierungs- und Meldeprojekt der nordrhein-westfälischen Zahnärzteschaft vorzustellen; verbleibende 6 Minuten, um Monika Ebeling einige wichtige Aussagen zur Situation und zum telefonischen Hilfeangebot „Männernotruf“ abzufragen und besagten betroffenen Familienvater zu Wort kommen zu lassen.


Eingeleitet wurde die Sendung mit der Falschaussage, jede 4. Frau in Deutschland würde im Laufe ihres Lebens mindestens einmal Opfer häuslicher Gewalt; auch wurde die durch die Sendung leitende Redakteurin nicht müde, wiederholte Male darauf zu sprechen zu kommen, dass nahezu ausschließlich Frauen gewaltbetroffen seien und nur in wenigen Fällen „weniger schlagen, aber ihren Männern doch Gewalt antun“ würden.

Die an den Sendeproduzenten David Rümelin in Folge der Sendung versandte eMail unseres Ansprechpartners für die Sendung stellen wir nachfolgend offen zur Verfügung, Interessenten erreichen Herrn Rümelin unter david.ruemelin[at]fm.wdr.de:

„Sehr geehrter Herr Rümelin,

sehr gerne stand ich Ihren Recherchen zur häuslichen Gewaltsituation betroffener Männer zur Verfügung und investierte mehrere Stunden Zeit für die Aufbereitung von Fakten, Telefonate mit Ihnen, die Fahrt- sowie die Studiozeit. Und entgegen Ihrer Aussage, „es hat gedauert, bis ich bei meiner Recherche auf Monika Ebeling stieß“, war Frau Ebeling eine Empfehlung meiner Person in einem unserer Telefonate und ihre Kontaktdaten mit einer Mail bereitgestellt.

Erinnern Sie sich noch, was Sie mir zusagten, als die Sendung vorbereitet wurde? WDR 5 hätte Interesse, die Situation betroffener Männer aufzuzeigen sowie die Faktenlage und die Hilfelandschaft. Heute nachmittag, vor der Sendung, sagten Sie mir telefonisch, der Rausschnitt habe „keine tiefere Bewandtnis“, das Thema sei senderintern auf „große Resonanz gestoßen“, die von mir geäußerten Informationen seien „inhaltlich eingeflossen“ und ein eigenständiges Sendeformat bei WDR 5 oder dem „Frau TV“ des WDR TV seien durchaus im Bereich des Möglichen.

Ich kann Ihnen für meine Person sagen, dass ich für keine weitere Anfrage oder Sendung Ihres Hauses zur Verfügung stehen werde. Zur kritischen Würdigung der Sendung folgen Sie bitte diesem Link… …“
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!

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