„Der Staat, der Frauenversteher“

Ein Pressekommentar zu den aktuellen Entwicklungen in der Schweiz:

„… Paare, die längere Zeit eine Beziehung unterhalten (das Gutachten zieht die Grenze bei drei Jahren), sollen von Gesetzes wegen eine Solidargemeinschaft bilden und Verantwortung tragen. Sie rutschen nach diesem Konzept also in eine eheähnliche Beziehung, auch wenn sie das gar nicht wollen. Zerbricht die Verbindung, können die beiden Ex-Partner nicht mehr einfach auseinandergehen wie heute, sondern müssen unter Umständen weitreichende Folgen gewärtigen: Unterhaltsverpflichtungen nach der Trennung, hälftige Teilung der Güter sowie der Anwartschaften bei der Vorsorge. Es sind verschiedene Ausgestaltungen denkbar: eine strenge Umsetzung, bei der die Lebensgemeinschaft einer staatlich angeordneten Zwangsehe entspräche, oder eine mildere Form, bei der die Partner einvernehmlich erklären müssten, sich den Regeln der Lebensgemeinschaft nicht unterstellen zu wollen.

Die eigentliche Idee hinter dem neuen Institut ist es, bindungsunwillige Männer stärker in die Verantwortung zu nehmen. Anders gesagt: Will ein Mann seine Freundin nicht heiraten, soll er sich nach einer gewissen Zeit nicht einfach folgenlos aus der Beziehung davonschleichen können. Das Konzept der Lebensgemeinschaft fusst also auf der Vorstellung, dass die Frau a priori der schwächere Teil einer Partnerschaft ist – man könnte auch sagen: ein Hascherl, das auf einen Mann angewiesen ist. Man muss nicht übersensibel sein, um diese Sicht als paternalistisch und herabwürdigend zu empfinden. Frauen sind durchaus imstande, in Liebesdingen klaren Kopf zu behalten, ihre Interessen wahrzunehmen und sich im Konkubinat vertraglich abzusichern. …“

Quelle / gesamter Artikel: Neue Zürcher Zeitung
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