Seriöse Studie über Feminismus und Maskulismus erschienen

Nachdem vor einiger Zeit in unseriöser, ressentimentgeladener Form Thomas Gesterkamp (Mitglied im „Bundesforum Männer“ sowie im „Väter-Experten-Netz Deutschland e. V.“) für die SPD-nahe „Friedrich Ebert-Stiftung“ sowie Hinrich Rosenbrock für das mit der Grünen-nahen „Heinrich-Böll-Stiftung“ geschäftsverwandte „Gunda Werner – Institut“ Schriften auflegten, in denen ohne sorgfältige Recherche oder gar Rücksprache mit Akteuren die gesamte auf männliche Bedarfs- und Konfliktlagen ausgerichtete Initiativlandschaft Deutschlands als rechtsradikal eingestuft wurde, ist nunmehr eine seriöse, vom Kulturamt Wien sowie vom Club of Vienna geförderte Studie zum Feminismus und Maskulismus im deutschsprachigen Raum erschienen.

Die Studie „Die Teilhabe von Frauen und Männern am Geschlechterdiskurs und an der Neugestaltung der Geschlechterrollen“ von Wirtschaftscoach und Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek und Politikwissenschaftler Johannes Meiners zeigt die politische(n) Vielfalt und Unterschiede der Initiativlandschaft auf und kommt anhand einer Vielzahl von Beispielen auf die dringende Notwendigkeit geschlechtergerechterer Perspektiven zu sprechen:

„… Da wir seit langem gewohnt sind, gesellschaftliche Verhältnisse aus dem Blickwinkel der Benachteiligung von Frauen zu betrachten, mag es aufs Erste so wirken, als wäre die Einbeziehung von Männerthemen eine Gefahr für die Gleichberechtigung oder Gleichbehandlung der Frauen. Es liegt jedoch keineswegs in unserer Absicht, das eine oder andere Geschlecht als Täter oder Opfer zu beschreiben, zu stigmatisieren und so den bekannten, über Jahrzehnte aufgebauten Antagonismus noch weiter zu bedienen.
Ein Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, „Vermessungen“ für die „Landkarte der Benachteiligungen und Bevorzugungen von Frauen und Männern“ vorzunehmen, um in weiterer Folge ein komplexes Bild von der Teilhabe der Geschlechter an der Macht zeichnen zu können. Wenn nämlich Männer nur Politik für Männ er machten und Frauen Politik für Frauen, dann wären die Spaltung der Gesellschaft und Grabenkämpfe um Ressourcen unvermeidlich. Wir sind jedoch der Überzeugung, dass es eine gemeinsame Anstrengung beider Geschlechter braucht, um brauchbare Lösungen für die schwerwiegenden Probleme unserer Gesellschaft – beispielsweise Wirtschaftskrise, Demographie und Klimawandel – zu entwickeln und umzusetzen.

[…]

Die meisten Männerrechtler stehen zwar in Gegnerschaft zum Feminismus als Ideologie, nicht jedoch zu den Frauen als Bevölkerungsgruppe. Weltanschaulich besteht bei den Männerrechtlern große Vielfalt: So engagieren sich VertreterInnen nahezu aller politischen Grundhaltungen von sozialistisch über linksliberal und bürgerlich bis hin zu dezidiert konservativ oder gar rechtsaußen.

Themen, Ziele und Forderungen, die im Sinne der Verbesserung der Lebenslagen von Männern bzw. Jungen erhoben werden, verbinden die Aktivisten über die vorhandenen Unterschiede hinweg: darunter mehr Beachtung der Männergesundheit, bessere Rahmenbedingungen für Jungen in der Bildung, Aufhebung der Geschlechtsblindheit im Strafrecht sowie Novellierungen des Familienrechts. Letzteres betrifft vor allem die Situation jener Elternteile (meist Väter), die wegen einer Trennung keinen Kontakt zu ihren Kindern haben. …“

[…]

Im Wesentlichen gilt das weltanschauungsübergreifende Interesse der Männerbewegten dem Einsatz für eine neue Perspektive auf das Geschlechterverhältnis, welche Männer ebenfalls mit Empathie bedenkt und ihre geschlechtsspezifischen Bedürfnisse in die Überlegungen einschließt. Aus Sicht der meisten Aktivisten bedarf es hierfür einer wesentlich stärkeren Fokussierung auf die Bedürfnisse deklassierter Menschen einer Gesellschaft (Obdachlose, Strafgefangene, Langzeitarbeitslose, Suchtkranke, Vereinsamte), die fast überall und in der Mehrzahl Männer sind. Dazu müsste die Erforschung männlicher Lebenslagen aus der Dominanz des feministischen Paradigmas und der arithmetischen Gleichstellungsorientierung gelöst sowie in größerem Ausmaß finanziert werden. Daraus resultierende Ergebnisse sollten zu eigenständigen Empfehlungen an die Politik genutzt werden, die alle Maßnahmen in unterschiedlichen Lebensbereichen nicht nur für Frauen evaluieren dürfte, sondern der ursprünglichen Intention des Konzepts von Gender-Mainstreaming folgend für beide Geschlechter. …“

Zur Studie geht es in der Kurzfassung hier, in der Langfassung hier entlang.
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!

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