„Männer brauchen endlich Hilfe“

FDP-Politikerin Susann Schneider meldet sich mit bemerkenswert fortschrittlichen, weil längst überfälligen Positionen für ihre Partei zu Wort. Wenngleich Interviews wie dieses durchweg empfehlenswert sind, ist es seitens der verantwortlichen Redaktion(en) offenbar immer noch notwendig, statistische Falschaussagen („Es sind doch Frauen, die ganz überwiegend Opfer häuslicher Gewalt werden“) einzustreuen:

Das vermeintlich starke Geschlecht braucht politische Unterstützung, so FDP-Politikerin Susanne Schneider. Ein Gespräch über suizidale Männer, diskriminierte Jungs und echte Geschlechtergerechtigkeit.
Früher tot und öfter suizidal, in der Schule erfolglos und im Gefängnis überrepräsentiert – es steht nicht gut ums männliche Geschlecht. Jedenfalls im Vergleich zur anderen Hälfte der Bevölkerung. Ja, man könnte fast fragen, wer heutzutage die Bezeichnung als „schwaches Geschlecht“ verdient. In der FDP zumindest stellten sich Emanzipationspolitiker jüngst diese Frage. Seitdem fordern sie eine radikale Wende: weg von der einseitigen Förderung der Frau, hin zur gleichmäßigen Unterstützung beider Geschlechter. Ein Gespräch mit Susanne Schneider, der emanzipationspolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, über wahre Geschlechtergerechtigkeit.

[…]

Welt am Sonntag
: Wo ist der Bedarf am größten?

Schneider: Beim Thema Gesundheit. Die Lebenserwartung von Männern liegt laut Robert-Koch-Institut fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen, was ganz überwiegend nicht genetisch verursacht ist. Und drei Viertel aller Selbstmörder in Deutschland sind Männer. Das können wir nicht hinnehmen.

Welt am Sonntag: Wie lautet das liberale Patentrezept?

Schneider: Das gibt es nicht. Ich fange mal mit der Suizidrate an: Männer müssen verstärkt ermuntert werden, mit Depression bewusst umzugehen. Laut Stiftung Männergesundheit ist Suizid bei Männern meist Folge nichtbehandelter Depression. Frauen suchen früher ärztliche Hilfe, wenn sie sich depressiv fühlen.

[…]

Es gibt inzwischen eine umfangreiche Frauenforschung. Viele ihrer Ergebnisse, zum Beispiel wie man Frauen zu gesundem Leben anhalten kann, werden in staatlich finanzierten Einrichtungen wie dem „Kompetenzzentrum Frau und Gesundheit“ umgesetzt. Das Land zahlt dafür jährlich 200.000 Euro. Warum gibt es kein „Zentrum Mann und Gesundheit“?

Welt am Sonntag: Weil es zusätzliches Geld kostete?

Schneider: Das ließe sich etwa durch Abschaffung ineffizienter Doppelstrukturen auffangen. Außerdem spart Gesundheitsvorsorge Geld ein. Die grundsätzliche Antwort lautet: Der große Transformationsprozess, den wir seit Jahrzehnten als Emanzipation feiern, wird von Rot-Grün fast ausschließlich mit Blick auf Frauen gestaltet, als lebten rot-grüne Politiker noch in den 80ern. Frauen wird geholfen, neue Rollenbilder aufzugreifen und sich zu emanzipieren, was sehr gut ist. Aber dass auch Männer Gleichberechtigung brauchen, wird ignoriert. …“

Quelle / gesamtes Interview: Die Welt
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