„Das Jugendamt“ berichtet über Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“

Im Heft 9 / 2014 der Fachzeitschrift für Jugendhilfe und Familienrecht „Das Jugendamt“ des „Deutschen Institutes für Jugendhilfe und Familienrecht e. V.“ werden erste Erfahrungen des seit März 2014 in Betrieb befindlichen Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ des „Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ veröffentlicht, die wir nachfolgend auszugsweise wiedergeben, hier vollständig als PDF – Datei hinterlegt haben und mit einem kurzen Fazit abschließen:

„… Das Angebot des Hilfetelefons „Gewalt gegen Frauen“ umfasst ein breit gefächertes, bundesweites Angebot in Ergänzung zum regionalen Unterstützungssystem für gewaltbetroffene Frauen, bspw. Frauenhäuser und Fachberatungs- und Interventionsstellen. Zu allen Formen von Gewalt gegen Frauen – häusliche und sexualisierte Gewalt […], Mobbing, Stalking und sexuelle Belästigung – unterstützen die qualifizierten Beraterinnen* rund um die Uhr alle Hilfesuchenden. […] Zielgruppen sind neben den von Gewalt betroffenen oder bedrohten Frauen auch Unterstützende aus dem sozialen Nahraum der Betroffenen, z. Bsp. Freunde und Verwandte.

[…]

Als ergänzender Baustein im Unterstützungssystem fungiert das Hilfetelefon zudem als Lotse und vermittelt nach Bedarf der Hilfe suchenden Person an Fachberatungsstellen und andere Einrichtungen weiter. […] Alle Beraterinnen beim Hilfetelefon verfügen neben einem entsprechenden Studium, z. Bsp. der sozialen Arbeit oder Psychologie, über Berufserfahrung im Themenbereich „Gewalt gegen Frauen“.

[…]

Obwohl sie nicht zur Zielgruppe gehören, konnte auch 333 betroffenen Männern Hilfestellung geboten werden. […] In 44% aller Beratungen wurde die Hilfe suchende Person an eine Einrichtung vor Ort weitervermittelt. Ziel der Vermittlung waren primär Frauenhäuser und Fachberatungsstellen für von Gewalt betroffene Frauen.

[…]

Die Beraterinnen des Hilfetelefons haben schließlich nach §4 Abs. 3 KKG** das Recht – nicht die Pflicht-, in Fällen von Kindeswohlgefährdungen, bei denen die Abwendung der bestehenden Gefahren anders nicht gelingen wird, das Jugendamt zu informieren. Auch hier sind die Besonderheiten des Beratungsangebotes des Hilfetelefons zu berücksichtigen: Das Beratungsangebot ist anonym, die Telefonnummer der anrufenden Person wird nicht auf dem Display der Beraterinnen angezeigt. Damit kann selbst in einem Fall, bei dem nach dem Eindruck der Beraterin eine akute Kindeswohlgefährdung wahrscheinlich ist, bei dem aber Ort und Name nicht preisgegeben wurden, kein Dritter informiert werden. Wenn diese Angaben von der anrufenden Person aber gemacht wurden, dann haben die Beraterinnen das Recht, diese Informationen an das zuständige Jugendamt weiterzugeben. Hier gilt der Grundsatz „Vielleicht gegen den Willen, aber nicht ohne Wissen“, d. h. die Beraterin ist verpflichtet, die anrufende Person hierüber zu informieren. …“

Laut der Aussage des Thüringer Ansprechpartners für Antidiskriminierungsfragen Michael Panse in einem persönlichen Gespräch wurde das Hilfetelefon mit ca. 8 Millionen Euro finanziert; es wurde seitens des „Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend“ beauftragt, wird durch das „Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ koordiniert und verfügt über mehrere Sprach- und Gebärdensprach-Dolmetscherinnen. Demgegenüber gibt es ausschließlich privat finanzierte und koordinierte Angebote für männliche Betroffene in Deutschland – der Männernotruf Berlin, der in Braunschweig ansässige Männernotruf des Ehepaares Monika und Harald Ebeling sowie der Männernotruf Heidelberg.

Dass Männer weder zur Zielgruppe gehören, noch als Personal Berücksichtigung finden, bedarf aus unserer Sicht keiner Kommentierung, da es für sich selbst spricht.

Und auch die Anschubkampagne ließ keine Zweifel an der Einseitigkeit dieses steuerfinanzierten Hilfsangebotes. Weder die Ausführungen des Bundesfamilienministeriums noch die offizielle Internetpräsenz des „Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben“ noch der hier erwähnte Artikel in der Fachzeitschrift „Das Jugendamt“ nehmen Bezug darauf, dass ein angemessenes Angebot für Männer erforderlich ist.

Einmal mehr lässt sich eine sehr deutliche öffentliche Haltung gegenüber männlicher Betroffenheit erkennen.

*Gemäß §4 Abs. 1 HilfetelefonG sind die Fachkräfte in der Beratung alle weiblich
**KKG = Gesetz zur Kooperation und Information im Kinderschutz
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!

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