Ministerin Schwesig zu Familien und Vereinbarkeit

Vor etwa eineinhalb Jahren sprachen an zwei Terminen in zwei Ressorts Mitglieder unserer Güstrower Initiative im Sozialministerium Mecklenburg-Vorpommern in Schwerin unter Leitung Manuela Schwesigs vor. Unser Wunsch war Unterstützung für Projekte für Trennungseltern und arme und sozial ausgegrenzte Familien. Zum ersten Termin erfolgte bedauerlicherweise eine „terminliche Zuordnung in ein falsches Ressort“, zum zweiten Termin war bedauerlicherweise die Referatsleiterin noch am Morgen zuvor kurzfristig erkrankt. Heute ist Frau Schwesig Bundesfamilienministerin und Themen wie familiäre Armut oder Trennungskonflikte kommen nach wie vor kaum oder sehr randläufig in ihren öffentlichen Wortmeldungen vor:

„Mütter und Väter wollen heute beides: Familie und Beruf“

„… Es ist wichtig, dass Familien spüren, dass es Politiker gibt, die Ahnung von ihren Nöten haben.

Tagesspiegel: Was ist das größte Problem der „gehetzten Generation“?

Manuela Schwesig: Für Familien ist nicht nur Geld wichtig, sondern auch Zeit. Die Unternehmen in Deutschland verlassen sich noch immer darauf, dass der Mann Vollzeit rund um die Uhr verfügbar ist, weil die Frau im Zweifel ja für die Kinder sorgt. Die Arbeitswelt geht von einem völlig überholten Familienmodell aus.

[…]

Tagesspiegel: Wie kann die Antwort aussehen?

Manuela Schwesig: Ich habe vor einem Jahr eine Familienarbeitszeit vorgeschlagen. Mütter und Väter wollen heute beides: Familie und Beruf. In der Arbeitswelt stoßen sie hierbei an Grenzen, weil in der Regel nur ein Vollzeitjob ein ausreichendes Einkommen und Perspektiven sichert. Deshalb arbeiten die meisten Männer in Vollzeit und die Frauen überwiegend ungewollt in Teilzeit. Mir geht es darum, dass die Arbeitszeit für Familien besser verteilt wird. Es muss für Männer und Frauen möglich sein, in Familienphasen Teilzeit, zum Beispiel 32 Stunden zu arbeiten, auch ohne große Nachteile zu haben. …“

Quelle / gesamter Artikel: Tagesspiegel
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„Familienpolitik ist auch Wachstumspolitik“

„… Frau Schwesig, wie nehmen Sie persönlich heute die Rolle der jungen Väter im Vergleich zur älteren Generation wahr?

Gerade bei den jüngeren Männern beobachte ich seit Jahren, dass sich eine Art leise Revolution vollzieht. Die Väter von heute wollen nicht mehr nur die Versorger der Familie sein, die ihren Kindern abends einen Gute-Nacht-Kuss geben und sonst nur wenig mit der Erziehung zu tun haben. Aus Umfragen wissen wir: Jeder zweite Vater wünscht sich mehr Zeit für seine Kinder. Gleichzeitig würde jede zweite Mutter gerne stärker in den Job einsteigen. Daher ist es eines meiner Kernziele,  Frauen und Männer dabei zu unterstützen, familiäre und berufliche Aufgaben partnerschaftlich aufzuteilen.

[…]

Wie kann die Politik denn den Vätern dabei helfen, für die Kinder da zu sein ohne auf Karriere verzichten zu müssen?

Wir müssen mehr Möglichkeiten schaffen, die eine erfolgreiche berufliche Entwicklung und Zeit für Familie möglich machen. Die meisten Männer wünschen sich ja keinen Vormittagsjob, sondern sie wollen ihre Arbeitszeit etwas reduzieren und flexibler organisieren. Darauf zielt auch meine Idee der Familienarbeitszeit. Wenn mehr Väter vollzeitnah zwischen 30 und 35 Stunden arbeiten, kommt das wiederum den Müttern zugute, die dann mehr Zeit in ihren Beruf investieren können. Auf dieses Potenzial ist die Wirtschaft dringend angewiesen. Für die Unternehmen heißt das: Wer will, dass Mütter mehr arbeiten und wer seine Fachkräfte halten will, muss auch Vätern familienfreundliche Angebote machen. …“

Quelle / gesamter Artikel: Human Resources
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Bitte unterstützen Sie unter diesem Link unsere Initiative. Vielen herzlichen Dank!

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