Marburger Forscher fordern: UN sollte sich von Verengung auf Frauenrechte lösen

„… Thorsten Bonacker, Judith von Heusinger und Dr. Kerstin Zimmer zeigen in ihrer Studie, dass das globale Politikfeld der reproduktiven Gesundheit in den letzten zwanzig Jahren zunehmend auf Frauenrechte fokussiert worden ist. Die Rechte anderer Gruppen treten demgegenüber in den Hintergrund.

Dies habe zur Folge, dass entwicklungspolitische Maßnahmen in erster Linie die Gesundheit von Müttern und deren Kindern in den Fokus nähmen.  „Infolgedessen wird Frauen die Verantwortung übertragen, für sich selbst und die Gesundheit ihrer Sexualpartner und Kinder zu sorgen“, konstatieren Bonacker und seine Mitverfasserinnen. „Sie alleine stehen in der Pflicht, zu verhüten und sich vor Krankheiten zu schützen.“ Andere Bereiche reproduktiver Gesundheit, wie etwa Geschlechtskrankheiten, Männergesundheit und Bedürfnisse anderer Gruppen treten in den Hintergrund.

[…]


Bei der diesjährigen Sitzung in New York rückte die UN-Generalversammlung vor allem die Rechte der Frau auf reproduktive Gesundheit in den Mittelpunkt. „Dadurch werden viele andere Aspekte von sexueller und reproduktiver Gesundheit vernachlässigt“, betont von Heusinger. Vor allem die Opposition des Vatikans, einiger arabischer Länder und Länder des globalen Südens hätten zur Verengung des Konzepts beigetragen. „In New York hat man sich jetzt nur auf den kleinsten gemeinsamen Nenner geeinigt, denn Sexualität ist ein äußerst sensibles Thema und in vielen Gesellschaften mit Tabus besetzt“, führt Projektleiter Bonacker aus. So beleuchte die UN lieber die Rechte der Frau, als kulturell sensible Themen wie Rechte für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender-Personen und Pflichten für Männer anzugehen. …“

Quelle / gesamter Text: Universität Marburg
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