„Nachwuchs soll Väter bereichern, nicht einschränken“

Was, beispielsweise bei den Zielen des Feminismus, Jahrzehnte dauerte, geht seitens der „ZEIT“ hinsichtlich der wenigen vergangenen Jahre väterlichen Umdenkens offenbar noch nicht schnell genug. Entsprechend tendenziös endet leider auch nachfolgender Artikel, der gänzlich ausblendet, dass alte Rollenmodelle oftmals einvernehmlich von beiden Partnern gewählt werden sowie, welche Nöte beispielsweise in vielen Fällen Trennungseltern durchzustehen haben:

„Das klingt doch mal gut: Jüngere Väter nehmen sich viel Zeit für ihre Kinder. Mehr als ein Viertel (26 Prozent) der 20- bis 39-jährigen Väter verbringt – nach Selbsteinschätzung – zwei bis drei Stunden an einem durchschnittlichen Wochentag mit den eigenen Kindern. Von den älteren Vätern sind es nur 10 Prozent. Da in der Forsa-Studie auch nach dem Alter der Kinder unterschieden wird, fällt das Gegenargument weg, dass die älteren Väter ältere Kinder hätten, die weniger betreuungsintensiv seien.

Sympathischerweise empfindet fast die Hälfte der jüngeren Väter die gemeinsam mit ihrem Kind oder ihren Kindern verbrachte Zeit als „nicht ausreichend“. Nur 12 Prozent finden, dass sie genug Zeit für ihren Nachwuchs haben. Noch eine Generation zuvor war es für die Nachkriegsväter selbstverständlich, dass Wiederaufbau und berufliches Fortkommen oberste Priorität besaßen. Auch bei vielen 68ern standen Selbstverwirklichung und Karriere höher im Kurs als Vater- und Hausmannspflichten. Kinder waren, unabhängig von der politischen Gesinnung, meistens einfach Frauensache. …

[…]

Und natürlich sind viele Väter auch nicht mutig, nicht risikobereit genug: Für Frauen bringt die Geburt eines Kindes nicht nur enorme körperliche Veränderungen – und durchaus auch Gefahren – mit sich, sie stehen anschließend beruflich oft schlechter da und verdienen weniger. Für viele Männer ändert sich deutlich weniger, abgesehen davon, dass auch sie weniger schlafen und weniger Sex haben – auch das belegt die Studie. Dafür füllen sie ihre neue Rolle mediengerecht und öffentlichkeitswirksam aus und gestalten sie vornehmlich als Zugewinn – als Auszeit mit der Familie, Selbstverwirklichung oder schöner Urlaub in der Elternzeit.

Kinder werden von vielen jüngeren Vätern heute erfreulicherweise als Bereicherung für das Leben angesehen, aber sie sollen eben nur bereichern und nichts wegnehmen: keine Karrierechancen, keinen beruflichen Erfolg, keine Zeit für sich selbst. Kinder werden von Vätern immer noch additiv betrachtet.“

Quelle / gesamter Artikel: ZEIT online
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