„Eine Woche bei Mama, eine bei Papa“

„… Doch trotz aller Komplikationen versuchen sich heute mehr Familien denn je an der Logistik des gerechten Pendelns. „Alle Fachleute berichten, dass es einen Wechselmodell-Boom in Deutschland gibt“, sagt Hildegund Sünderhauf. Die Professorin für Familienrecht an der Evangelischen Hochschule Nürnberg hat für ihr Buch „Wechselmodell: Psychologie – Recht – Praxis“ Studien der Trennungsfolgenforschung aus über 30 Jahren aufgearbeitet.

Eine wichtige Erkenntnis: Nicht die Scheidung der Eltern an sich belaste die Kinder, sondern neben den Streitigkeiten zwischen Mutter und Vater vor allem der Verlust des Kontakts zu einem Elternteil. Deshalb hält sie es für richtig, dass Mütter und Väter sich die Betreuungszeit möglichst gerecht aufteilen. Und freut sich, dass Gerichte immer öfter in diesem Sinne entscheiden.

[…]

Zerbricht die Einheit Familie, ist die häufigste Betreuungslösung in Deutschland das Residenzmodell. Dabei leben die Kinder hauptsächlich bei einem Elternteil – noch immer ist dies in 90 Prozent der Fälle die Mutter – und der Vater holt die Kleinen nur gelegentlich zu sich, in der Regel jedes zweite Wochenende und für die Hälfte der Ferien.

In Zeiten, in denen Mütter sich um ihre Karriere und Väter sich mehr um ihre Kinder kümmern wollen, scheint diese logische Fortsetzung der Hausfrauenehe allerdings überholt. Und die Nachteile liegen auf der Hand: Die Frauen sind quasi alleinerziehend, überlastet mit Kindern, Haushalt und Job. Meist fehlt es ihnen zudem an Geld.

Die Männer hingegen fühlen sich häufig zum Zahlvater degradiert und verlieren das Interesse am Nachwuchs. Oder sie wenden sich aus Selbstschutz ab, weil sie unter der Entfremdung leiden. Studien haben ergeben, dass gut ein Drittel aller Scheidungskinder über kurz oder lang den Kontakt zum Nichtresidenz-Elternteil verliert. Mit fatalen Folgen: Sie fühlen sich verlassen und ungeliebt, häufig ein Leben lang. …“

Quelle / gesamter Artikel: Die Welt

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