„Junge Väter in seelischen Krisen“ – ein Interview

1972 machte Egon Garstick aus Nortrup sein Abitur am Artland-Gymnasium Quakenbrück. Sein Buch „Junge Väter in seelischen Krisen“ ist Anlass für ein Gespräch mit dem „Vater von Elternschaftstherapie und Vaterschaftsentwicklungshilfe“.  

[…]

Herr Garstick, was hat Sie bewogen, dieses Buch zu schreiben?

Da kamen zwei Dinge zusammen: Zum einen meine Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Arbeit mit älteren Kindern und Eltern und, damit verbunden, das erlebte Problem, die Väter zu erreichen, sie in die Therapie einzubeziehen. In diesem Zusammenhang haben Eltern häufig bedauert, solche Gespräche nicht schon früher geführt zu haben, bevor sie größere Krisen in ihrer Beziehung feststellten. Das wiederum hat mich schließlich fragen lassen: Was passiert eigentlich mit den Eltern schon während der Schwangerschaft und in den Babyjahren ihrer Kinder?

Parallel dazu habe ich in Fortbildungen für Sozialarbeiterinnen der Beratungsstelle Mütterhilfe, die mit alleinerziehenden Müttern arbeiteten, des Öfteren die Frage gehört: Was machen wir mit den Vätern?“

Beide Fragestellungen waren wesentliche Motivationen und führten zum Buch „Junge Väter in der Krise“ , wobei der Begriff „jung“ sich nicht nur auf das Alter bezieht. Gemeint sind auch Männer, die zum ersten Mal oder nach langer Zeit noch einmal Vater werden.

Was kann denn bei diesen „jungen Vätern“ eine Krise auslösen?

Die Geburt eines Kindes ist eine entscheidende Wende im Leben. Es beginnt ein neues Kapitel: Die eigene Jugend ist ein Stück weit vorbei. Aus dem Sohn wird ein Vater. Man(n) wird mit Vergänglichkeit, mit der Begrenztheit des eigenen Lebens konfrontiert. Diesen Statuswechsel, die Elternrolle und damit auch das Älterwerden gilt es zu akzeptieren. Es gilt, Verantwortung zu übernehmen, die eigene Selbstverwirklichung zurückzustellen.

Das ist eine große Herausforderung, ganz besonders, wenn Männer noch unerledigte adoleszente Entwicklungsaufgaben in ihrem Rucksack haben. Dann kann der Wunsch, jugendlich zu sein, in Konkurrenz geraten zu der Notwendigkeit, als guter Vater Frau und Kind zu unterstützen. Diese Herausforderung und die Angst, ihr nicht gewachsen zu sein, können Krisen auslösen. …“

Quelle / gesamtes Interview: Neue Osnabrücker Zeitung
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