Medien kontra Realität

Wir verweisen an dieser Stelle auf zwei unabhängig voneinander erschienene Medienartikel, die in bemerkenswerter Weise an der von vielen Betroffenen erlebten Realität vorbei gehen bzw. äußerst einseitig recherchiert und verfasst wurden. Im ersten Artikel geht es thematisch um die sorgerechtliche Gleichstellung von Vätern und heißt unter anderem:

„… Nur noch in begründeten Ausnahmefällen (etwa bei „Kindeswohlgefährdung“) kann eine Mutter bis kurz nach der Geburt des Kindes Einspruch gegen den Wunsch des Vaters erheben, die Geschicke von Sohn oder Tochter mitzubestimmen. Kommt es zu einem Gerichtsverfahren, ziehen zwar noch immer meist die Väter den Kürzeren – in zwei Drittel der Konfliktfälle erhalten dann die Mütter das Sorgerecht. Doch auch Justitia erkennt, dass sich das Selbstverständnis vieler Väter wandelt. Da gleichzeitig immer mehr Frauen Vollzeit arbeiten, verliert das Argument, sie könnten sich als Mutter besser um den Nachwuchs kümmern, vor Gericht an Gewicht.

[…]

Doch selbst wenn das Kind den Wohnsitz bei der Mutter hat, sorgen immer mehr Gerichte dafür, dass sich der Kontakt zum Vater nicht auf wenige Besuche beschränkt, sondern wechselnde Zeitkontingente eingeplant werden. Urlaubs- und Feiertage werden gleichberechtigt verteilt.

Wenn nötig, wachen Jugendämter und Gerichte über die Einhaltung der Verabredungen. …“

Zum gesamten Artikel: Zeit online

Im zweiten Artikel wird die Arbeit der Jugendämter dargestellt:

„… Die Arbeit im Jugendamt erfordert […] sehr viel Fachwissen, persönliche Stärke, professionelle Distanz und psychische Belastbarkeit. Trotzdem erhalte ich nur 2200 Euro netto im Monat. Ich denke, dass das Gehalt und die Arbeitsbelastung in keinem Verhältnis zueinander stehen. Ich merke jeden Tag, dass wir zu wenig Personal in den Jugendämtern haben. Kinderschutzfälle gibt es immer mehr, aber nicht mehr Personal.

[…]

Es fehlen außerdem Datenbanken, die Wohneinrichtungen für Kinder anzeigen. All das muss ich manuell im Internet recherchieren. Dadurch geht mir wertvolle Zeit für die Familien verloren.

[…]

Wenn wieder eine Kindesvernachlässigung durch die Presse geht, heißt es, das Jugendamt wusste Bescheid. Aber niemand hat die Möglichkeiten, sich intensiv um so viele Familien auf einmal zu kümmern. Einige meiner zu betreuenden Familien habe ich noch nie zu Hause besucht. …“

Zum gesamten Artikel: Tagesspiegel

Beide Artikel können im Übrigen kommentiert werden.

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