Forderungen zur Versorgung männlicher Gewaltopfer nehmen zu

Immer mehr Medien berichten über die desolate Versorgungslage männlicher Opfer häuslicher Gewalt. So berichtete die „Süddeutsche Zeitung“ Ende Februar:

„… Laut einer Studie werden etwa ebenso viele Männer Opfer von häuslicher Gewalt wie Frauen. Oft halten die Betroffenen still. Hilfe finden sie aber nur, wenn sie aus der Defensive kommen.

[…]

Häusliche Gewalt gegen Männer ist immer noch ein Tabuthema. Dabei sind laut der aktuellen Gesundheitsstudie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin fast ebenso viele Männer wie Frauen Opfer körperlicher Gewalt ihres Partners.

„Das Thema häusliche Gewalt ist insgesamt hoch tabuisiert. Und bei Männern kommen noch höhere Schamgefühle hinzu, da es nicht der männlichen Rolle entspricht, geschlagen zu werden“, sagt Psychotherapeutin Christa Roth-Sackenheim aus Andernach. …“

Der Leiziger Uni-Radiosender „Mephisto 97,5“ folgte Ende März:

„… Während Gewalt gegen Frauen ein viel beachtetes Thema ist, führen Männer, die zu Opfern werden, in der Regel ein Schattendasein. Das Motto „Ein Indianer kennt keinen Schmerz“ suggeriert es bereits: Männer und Jungen äußern sich selten über Gewalterfahrungen.

[…]

Spezifisch für den Umgang von Männern und Jungen mit erfahrener Gewalt sei deren geringere Verletzungsoffenheit. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass Gewalterfahrungen in etwas Positives uminterpretiert werden. Die unterschiedlichen Sozialstrukturen in Männerumwelten im Vergleich mit Frauenumwelten ließen zudem weniger Vertrauenspersonen zu – und somit weniger Möglichkeiten für das Mitteilen von erlittener Gewalt. In vielen Fällen liege das Problem sogar noch eine Ebene darunter: Jungen und Männer stünden sich die ihnen angetane Gewalt oft gar nicht zu. Die Gründe lägen in der Sozialisation männlicher Personen: ihnen werde oft vermittelt, dass sie aus Konflikten als Sieger herausgehen sollten.

[…]

Öffentliche Beratungsstellen begünstigen diese Umstände nicht gerade, denn oft dominiert bei Opferberatungen zu häuslicher und sexualisierter Gewalt ganz klar der Frauenbezug. Das wirke auf männliche Opfer häuslicher Gewalt abschreckend. …“

Dem folgte Anfang April ein Artikel in der „Märkischen Online Zeitung„:

„… Männer in Brandenburg werden deutlich häufiger Opfer von häuslicher Gewalt als früher. Registrierten die Behörden 2003 noch 51 Fälle, waren es 2012 über 300, wie Sozialminister Günter Baaske (SPD) in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage mitteilte. Die Dunkelziffer ist vermutlich größer, weil sich viele Männer schämen, die von ihrer Frau geschlagen werden.

 „Diese Steigerungsraten sind enorm“, erklärte der Linken-Abgeordnete Jürgen Maresch und forderte von der Landesregierung Maßnahmen. So sehr es zu begrüßen sei, dass beim Thema Gewalt gegen Frauen eingeschritten werde und Frauenhäuser gestärkt würden, müsse das „tabuisierte Thema“ Gewalt gegen Männer im häuslichen Bereich endlich öffentlich diskutiert werden.

Es sei unbestritten, dass Männer nicht nur Täter, sondern auch Opfer von Gewalt sein könnten, erklärte Minister Baaske.

[…]

Die Landesregierung fördere aber auch Einrichtungen, die gewaltbetroffene Männer beraten, betonte Baaske. Betroffene könnten sich etwa an die Opferberatungsstellen in Frankfurt (Oder), Cottbus, Brandenburg, Potsdam, Neuruppin und Senftenberg wenden….“

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