Bildungsverlierer Junge

Wie ein roter Faden durchziehen die Resultate fehlender männlicher Identifikationsfiguren und mangelhafter Geschlechtergerechtigkeit viele Medienartikel. Es ist seit Längerem bekannt, dass Jungen als Bildungsverlierer gelten. Zu einer wenig überraschenden Aussage kommen folglich auch die beiden Schultester der ersten innerdeutschen Grundschulvergleichsstudie, Erziehungswissenschaftlerin Petra Stanat und Psychologe Hans Anand Pant, in einem Interview mit der „Zeit“.

Ein Auszug:

„… Noch ein Wort zu den Jungen?

Pant: Im Schnitt erreichen sie im Lesen 24 Punkte weniger als die Mädchen, in Niedersachsen sogar 38 Punkte. Im Bereich Ortografie liegen die Jungen bundesweit 32 Punkte hinter den Mädchen zurück. Dafür haben sie in Mathe einen Vorteil.
Stanat: Der aber kleiner ausfällt. Manche Kollegen aus der Pädagogik halten diese Nachteile der Jungen ja für wenig gravierend. Das sehe ich anders. Zwar sind Frauen unter den Professoren und in den Aufsichtsräten immer noch unterrepräsentiert. Aber mehr als 20 Punkte Unterschied im Lesen ist ein beträchtlicher Leistungsnachteil, und zwar in einer Schlüsselkompetenz, die für alle anderen Fächer eine große Bedeutung hat. Da könnte eine problematische Entwicklung entstehen, die wir nicht unterschätzen sollten.“

Gesamtes Interview: „Die Zeit“ Nr. 42, 11. Oktober 2012

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